Antibiotika … und dann?

Allgemein, Ernährung, Life Hacks, Regeneration

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Photo by Anastasiia Ostapovych

Die ganze Welt macht eine Pause und schuld daran ist ein im Mikroskop ausserirdisch anmutendes Virus. Was anscheinend ganz vom Radar genommen wurde, sind all die anderen Krankheiten, die sich zwar in der öffentlichen Aufmerksamkeit hinter Corona anstellen müssen, aber natürlich ebenso ihr Unwesen treiben.

Vielleicht hast du dich schon gefragt, warum man den Corona-Viren nicht mit Antibiotika an den Kragen geht? Das liegt daran, dass Antibiotika ihre Wirksamkeit nur gegenüber Bakterien entfalten. Es sei denn, diese sind bereits resistent und haben gelernt, sich gegen gängige Antibiotika zu schützen.

Wenn dich eine bakteriell ausgelöste Erkrankung erwischt, wirst du aller Voraussicht nach mit Antibiotika behandelt. Aus verschiedenen Gründen führt daran meist kein Weg vorbei. Diejenigen unter euch mit Kindern, hatten sicher schon einmal das “Vergnügen” mit Streptokokken! Auch diese Erkrankungen traten jetzt in der nasskalten Jahreszeit gehäuft auf, Corona hin oder her. Allerdings führen die eingeschränkten Kontaktmöglichkeiten sicher auch zu einer geringeren Verbreitung bakterieller Infektionen.

Im Gegensatz zu den Viren (außer denen, die bewußt in der Therapie eingesetzt werden) sind viele Bakterien in unserem Körper lebensnotwendig. So ist unser Darm, vor allem der Dickdarm von Billionen nützlicher Bakterien besiedelt (Biom), die unsere Verdauung am Laufen halten. Für unser Biom ist die Einnahme von Antibiotika sowas wie der Super-GAU.

“Nach der Einnahme von Antibiotika sind die Feinde tot, die Freunde auch!”

Wenn du oder deine Liebsten in letzter Zeit mit Antibiotika behandelt wurden, wird’s jetzt spannend!

Was tun bei und nach der Einnahme von Antibiotika?

Nach der Einnahme von Antibiotika sieht unser Darm aus, wie eine bakterienleere Wüste (ich übertreibe gerne!). Langsam werden sich sowohl gute als auch schlechte Bakterien wieder ansiedeln und vermehren, sowie im besten Fall ein Gleichgewicht bilden. Im besten Fall!
Warum aber warten und auf den “best case” hoffen?

Ich möchte dir hier einen kleinen Fahrplan an die Hand geben, wie die Darmgesundheit schnellstmöglich wieder hergestellt werden kann. Übrigens liebt dein Darm diesen Fahrplan auch wenn er nicht geschädigt wurde.

Unterstütze deinen Darm schon während der Einnahme der Medikamente mit sogenannten Probiotika. Das sind die guten Darmbakterien in Pulver- oder Kapselform.
Zwei Stunden vor und nach dem Antibiotikum geschluckt, können sie die Arbeit der angeschlagenen Verbündeten erleichtern. Gefüttert werden sie mit faserreicher Nahrung, Ballaststoffen, viel Gemüse und fermentierten Lebensmitteln, sogenannten Prebiotika.
Vermeide Zucker, wo es geht! Wenn unsere Darmflora geschwächt wurde, siedeln sich gerne Pilze und Hefebakterien in unserem Darm an. Diese lieben Zucker, also lasse sie verhungern! Achte auch auf versteckten Zucker in gesüßten Speisen und Getränken.
Ist die Darminnenwand angegriffen, sollte sie geschützt werden. Vermeide Stoffe und Lebensmittel, die zu Irritationen führen (Alkohol, Weizen, Fertiggerichte…) und unterstütze deinen inneren Schutzwall mit Glutamin und Kollagen (z.B. in bone broth, auch Suppe genannt!). Diese beiden Aminosäuren halten die Membranen deiner Darmwand zusammen, die oft durch Stress sowieso schon zu weit voneinander entfernt sind. Zelluläres Social-Distancing sozusagen!
Interessanterweise helfen wieder einmal Bewegung und ausreichend Schlaf der Darmregeneration auf die Sprünge.

Intervallfasten

Da ist es schon wieder, das Intervallfasten!
Genaueres kannst du gerne auf meinem früheren Blog-Beitrag lesen, soviel sei jedoch gesagt: Gib deinen Darmbakterien genügend Pausen zur Regeneration. Während der Arbeit vermehren sie sich nicht!

Bakterien vs. Viren

Aus gegebenem Anlass möchte ich ganz vereinfacht den Unterschied zwischen Viren und Bakterien erläutern. Bakterien sind Lebewesen, Viren nicht!

Viren haben nämlich keinen eigenen Stoffwechsel und können sich nicht selbstständig vermehren. Sie enthalten nur Information, die dann den Stoffwechsel des Wirtes beeinflussen. Deswegen sprechen wir wohl auch von Computerviren und nicht von Computerbakterien.
Bakterien hingegen sind Lebewesen und können ziemlich das Gleiche, wie menschliche Zellen. Manche sind uns sogar überlegen und betreiben Photosynthese zur Energiegewinnung.

Ich kann mir vorstellen, dass einige Bakterien den Hype um den Corona-Virus als lächerlich empfinden, so wie ein begabter Jazzmusiker die Darbietungen bei einer Samstagabend-Castingshow. Frei nach dem Motto – “Die können ja nix!”
Trotzdem spricht die ganze Welt momentan zurecht von der viral ausgelösten Corona Pandemie! #bleib gesund

Bitte beachte, dass dies kein medizinischer Ratschlag ist und eine ärztliche Diagnose und Behandlung  nicht ersetzen kann. Sprich bei gesundheitlichen Problemen bitte immer zuerst mit dem Arzt deines Vertrauens!!!

 

 

Intervallfasten – 16:8 ist kein Bildschirmformat!

Allgemein, Ernährung, Life Hacks

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An meinen ersten Tagen im Superhero Retreat ist mir aufgefallen, dass fast keiner meiner Helden zum Frühstück erschien…

16:8 ist zwar kein Bildschirmformat, kann das körperliche Verhältnis von Höhe zu Breite jedoch durchwegs positiv in Richtung Schlankheit verändern! – von mir –

Was hat es mit diesem ominösen Intervallfasten nun wirklich auf sich?
Nehmen wir ab? Leben wir gesünder? Werden wir älter?

Nun – alles stimmt! Allerdings wurden die meisten Forschungsergebnisse im Tierversuch erbracht und sind damit nicht immer direkt auf den Menschen übertragbar. Erfahrungsberichte und Laborwerte bei Menschen sprechen jedoch eine eindeutige Sprache: Es dürfte auch bei uns Menschen bestens funktionieren!

Das 16:8 steht für einen Tag, an dem die Nahrungsaufnahme auf 8 Stunden begrenzt wird. Danach bekommt die Verdauung 16 Stunden Pause und der Körper dankt uns diese mit vielen gesundheitlichen Vorteilen. Wobei es keinen Unterschied macht ob wir das Frühstück oder das Abendessen ausfallen lassen. Man muss das auch nicht täglich machen!

Warum genau 16:8?

Nun, es gibt auch die 18:6 oder 20:4 Regel und selbst das 16:8 muss nicht exakt eingehalten werden. Aber bevor sich das hier liest wie die Fußballergebnisse bei der F-Jugend, gehe ich ein bisschen genauer auf das Timing ein.

5-6 Stunden dauert es bis die Nährstoffe aus der Blutbahn verbraucht sind. Dann leeren wir die Kurzzeitspeicher und der Körper muss an die eiserne Reserve, die Fettdepots. Ab diesem Zeitpunkt können sich die Darmbakterien regenerieren und außerdem beginnt der Körper nach ungefähr 12 Stunden mit Autophagie, der zelleigenen Müllabfuhr.

Autophagie

Autophagie bezeichnet den Prozess, mit dem Zellen eigene Bestandteile abbauen und verwerten. Das reicht von funktionsunfähigen Proteinen bis zum Abbau alter Zellbestandteile.
Die Autophagie dürfte in den evolutionären Mangelzeiten geholfen haben, Energie zu sparen.

Ähnlich wie bei (den meisten von) uns, findet bei den Darmbakterien während der Arbeitszeit keine Vermehrung statt. Wenn unsere Darmbakterien dann endlich keine Nahrung mehr aufspalten müssen, können sie sich ihrer Vermehrung widmen und das gibt unserer Verdauung zusätzlich Kraft.

Ein weiteres Enzym, das während des Fastens gebildet wird, nennt sich Telomerase. Dieses Enzym stellt die Endstücke der Chromosomen wieder her und verlängert somit die Lebensdauer unserer Zellen.
Laut momentanem Wissensstand ist die Telomerase nicht in allen Zellen aktiv, jedoch z.B. in unseren Immunzellen. Weiter gedacht, stärkt das Intervallfasten also auch unsere Körperabwehr.

Ich finde, all das klingt nicht schlecht, oder?

Tipps:

Lass’ das Frühstück oder Abendessen erstmal an einem Tag in der Woche ausfallen, so hast du nicht das Gefühl, von heute auf morgen alles ändern zu müssen. Auch wenn dir die 16 Stunden ohne Essen zu Beginn zu lange vorkommen, taste dich langsam heran.
Du wirst jedoch schnell merken, dass du auch mit längeren Essenspausen viel Energie hast und dich besser und besser fühlst.

Jetzt erwähne ich noch, dass Intervallfasten die entzündlichen Prozesse im Körper verringert und … lets go!