Die Kraft der Kälte!

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Photo by Alice Triquet on Unsplash

Geht man morgens den kleinen wurzeligen Pfad vom Superhero Retreat abwärts und noch ein Stückchen durch den Wald in Richtung Osten, kommt man zu einem zauberhaften, kristallklaren See, auf den die ersten Sonnenstrahlen des Tages fallen. Während die Sonne das Ufer langsam erwärmt, hat der See konstant zwischen 12 und 14 Grad. Die perfekte Temperatur für ein morgendliches “Eisbad”.

Die heilsame Wirkung der Kälte ist nicht neu, denn schon Sebastian Kneipp schaffte es Mitte des 19 Jahrhunderts seine chronische Lungenkrankheit mit wöchentlichem Baden in der eisigen Donau zu heilen. Damals noch ohne die Möglichkeit eines wissenschaftlichen Beweises. Bis heute findet man auf Naturpfaden oder in Wellnesshotels die Aufforderung durchs kalte Wasser zu waten und auch die Wissenschaft hat die Wirkung der Kälte auf den menschlichen Körper längst erforscht.

Schon meine Eltern erzählten mir vom Verein “Verkühle-Dich-Täglich”, wo sich Menschen im Winter trafen, um durch ein Loch im Eis in einen zugeforenen See zu steigen. Inzwischen gibt es Cryosaunen mit flüssigem Stickstoff, therapeutische Kältekammern und der positiv verrückte holländische “Iceman” Wim Hof hat 1,2 Mio Follower auf Instagram. Einer davon bin ich 😉

“The cold is a noble force” -Wim Hof-

Die gesundheitlichen Vorteile der gezielt eingesetzten Kälte sind vielfältig. Neben einer Reduktion der Stresshormone, einer Steigerung des Antriebs bei Depressionen und einer Stärkung des Immunsystems, wird von einer starken Verbesserung der Symptome bei Autoimmunerkrankungen und Rheuma berichtet. Wie schon Kneipp feststellte, wird auch das kardiovaskuläre System und die Lungenfunktion trainiert. Sportler profitieren von einer verbesserten Durchblutung der Muskulatur und einer beschleunigten Regeneration. Ich glaube, da ist für jeden von uns etwas dabei.

Wie wirkt Kälte gegen Stress?

Der Kältereiz in Gesicht und Nacken aktiviert das parasympathische Nervensystem. Wenn der N. Trigeminus die Kälte in unserem Gesicht wahrnimmt, stimuliert das auch den Parasympathikus und körperliche Entspannung tritt ein. Herzschlag und Atemfrequenz werden gesenkt. Deswegen ist es auch wichtig in kühlen Räumen zu schlafen und so dem Körper die Chance zu geben, nachts die Kerntemperatur etwas abzusenken.
Wenn du vor dem Schlafengehen gerne kalt duscht, um den Stress aus dem Köper zu kriegen, solltest du die Dusche allerdings mit warmem Wasser beenden. Ansonsten verengen sich die Blutgefäße an Armen und Beinen und können nicht genügend Wärme abgeben, um erholsam einzuschlafen. Am Abend wäre ein kaltes Gesichtsbad zu bevorzugen.

Warum stärkt Kälte mein Immunsystem?

Meine Mama ermahnte mich doch immer, mich warm anzuziehen, um mich nicht zu erkälten?
Beim Eisbaden geht es auch nicht um ein kontinuierliches Auskühlen des Körpers sondern um einen Reiz. In wenigen Minuten wird der Körper so stark gekühlt, dass hormonelle und immunologische Vorgänge in Gang gesetzt werden.
Ähnlich einem intensiven Trainingsreiz, aktiviert der kurze Stress unser Abwehrsystem. Der sogenannte hormetische (anregende) Stress ist wie ein Kampftraining, um im Gefahrenmoment bestmöglich vorbereitet zu sein.
Vor allem die unspezifische Immunabwehr mit unseren immer wachsamen Killerzellen wird so auf Trab gehalten.

Kälte und Depression

Rein physiologisch hilft das Eisbaden bei Depressionen durch den Anstieg des Neurotransmitters Noradrenalin.
Wer auf Antidepressiva in Medikamentenform angewiesen ist, weiß, es gibt so einige chemische Stellschrauben, an denen gedreht werden kann. Eine davon ist das Noradrenalin. Im zentralen Nervensystem steigert Noradrenalin den Antrieb und die Motivation und spielt so, ähnlich wie Serotonin und Dopamin, eine wichtige Rolle für’s Wohlbefinden.
Der Kältereiz beim Eisbaden oder in der kalten Dusche steigert die Ausschüttung von Noradrenalin und kann als Ergänzung zu einer professionellen Therapie versucht werden.

Ein weiterer Effekt der Kälte ist die absolute Konzentration auf den Körper und seine Sinne. Steig ins kalte Wasser und versuche zeitgleich eine einfache Rechenaufgabe zu lösen. Es wird dir nicht gelingen!
Diese Erkenntnis kommt auch Panikpatienten zu gute. In dem Moment, in dem sich das Gedankenrad immer schneller um die Angst dreht, ist es fast unmöglich diese abzuwenden. Der “Schock” der Kälte kann zu einer Unterbrechung der beunruhigenden Gedanken führen und einen Neustart erzwingen. Auch hier ersetzt die kalte Dusche natürlich keine professionelle Therapie!

Chronische Erkrankungen und Schmerzpatienten

Dass Kälteanwendungen chronische Erkrankungen, wie Rheuma, und Schmerzen lindern, ist bekannt. Das Warum ist sehr komplex, jedoch gehen die Entzündungswerte nachweislich nach unten.
Die Schmerzlinderung könnte damit zusammenhängen, dass Schmerz und Kälte die gleichen Nervenbahnen in Richtung Gehirn benutzen und dort von den gleichen Arealen verarbeitet werden. Dr. Josephine Worseck (“Die Heilkraft der Kälte”) nennt das eine Leitungs- und Wahrnehmungskonkurrenz. Da der Kältereiz den Schmerzreiz überlagert, werden weniger Schmerzen wahrgenommen.

Tipps

Achtung: Dein Körper muss sich langsam an die Kälte gewöhnen!

Starte nicht zu schnell, zu kalt und zu lange!
Taste dich an die Kälte heran und dusche die nächsten Tage immer ein bisschen kälter. Von warm zu lauwarm zu kalt… bis du es schaffst, eine Minute kalt zu duschen. Denke dabei auch an das Gesicht.
Das erste Kältebad sollte im Schutze der Badewanne stattfinden. Durch das Sitzen oder Liegen im kalten Wasser, ist die Wärmeabgabe des Körpers natürlich um einiges höher als beim Duschen. Mache deine ersten Erfahrungen in Begleitung, denn du weisst nie, wie dein Körper reagiert.
Entspanne dich und versuche ruhig zu atmen!

Achtung: Vermeide Eisbäder bei Herz-Kreislauf-Problemen, starkem Bluthochdruck oder akuten Infekten und besprich dein Vorhaben auf alle Fälle mit einem Arzt!

Mein starkes Immunsystem!

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Täglich kehrt wieder mehr Leben in die Städte zurück und es darf auch wieder gemeinsam gelacht werden. Wenn auch noch verdeckt durch die unterschiedlichsten Arten von Masken.

Aber auch eine gewisse Unsicherheit kehrt zurück, wird doch ständig von der Gefahr der zweiten Infektionswelle gesprochen.
“Fühlt euch nicht zu sicher, es ist noch nicht vorbei!”
Schlagzeilen wie diese tragen nicht gerade zur Beruhigung bei, bewirken jedoch, dass wir uns Gedanken darüber machen, besser auf den nächsten Angriff vorbereitet zu sein. Als Gesellschaft ebenso, wie jeder einzelne von uns.

Desto gesünder wir sind, desto stärker unser Immunsystem ist, desto milder werden die Symptome einer Infektion verlaufen. Da sprechen wir nicht nur von Corona.
Warum also warten bis uns eine Immunisierung präsentiert wird? Nehmen wir das Heft in die Hand und legen los an unserer Widerstandskraft zu arbeiten.

“…und was, wenn die zweite Welle kommt? – Dann hole ich mein Surfboard raus!”

Spätestens an diesem Punkt könnte ich aufhören zu schreiben, denn ich bin mir sicher, du weißt, was zu tun ist. Oder etwa nicht?
Ausreichend Schlaf und Bewegung, eine gesunde Ernährung, Methoden zur Stressregulation und ein lebendiges Sozialleben.
So einfach ist das – und doch so schwer umzusetzen!

Vielleicht fällt es leichter, wenn wir in dem Zusammenhang die Wissenschaft bemühen und ein paar Beweise für die Sinnhaftigkeit einer gesunden Eigeninitiative hervorholen.

• Eine Studie aus dem Jahr 2002 (Karine Spiegel, PhD) zeigte, dass Schlafmangel nach einer Schutzimpfung zu einer verminderten Produktion an Antikörpern führte. Übersetzt heißt das: Ausreichend Schlaf führt zu einer erhöhten Widerstandskraft.

• Moderates Ausdauertraining (3x pro Woche 30 min) verbessert die Herzleistung um bis zu 60%, erhöht die Fähigkeit zur Sauerstoffaufnahme um bis zu 30% und senkt die Entzündungsfaktoren in unserm Körper.

• Eine Ernährung, reich an ungesättigten Fettsäuren und Ballaststoffen, aber arm an schnell verwertbarem Zucker, verhilft nicht nur zur Gewichtsabnahme, mit allen gesundheitlichen Vorteilen, sondern erfreut auch unser Biom! Noch reichlich Gemüse dazu und unsere Darmbakterien danken es uns mit einem gestärkten Immunsystem.
Verwende vermehrt Gewürze mit antientzündlicher Wirkung. Dazu zählen Ingwer, Kurkuma und schwarzer Pfeffer.

• Während gestresste Personen ein höheres Infektrisiko haben, zeigt jede Art von Entspannungsübungen den genau gegenteiligen Effekt. Regelmäßige Atemübungen, Yoga oder MBSR (Achtsamkeitstraining) erhöhen die Anzahl der T-Lymphozyten, der sogenannten Killerzellen in unserem Körper. Auch Menschen, die regelmäßig meditieren, haben einen weitaus höheren Spiegel an Abwehrzellen und sind resilienter gegenüber belastenden Umweltfaktoren.

• Wenn du meine letzten Artikel gelesen hast, weißt du was noch fehlt. Der “Bindungsklebstoff” Oxytocin! (Wohin mit den Depressionen?)
Der Botenstoff Oxytocin, auch gerne als Kuschelhormon bezeichnet, hält nicht nur unsere Beziehungen am Leben sondern im wahrsten Sinne des Wortes auch uns selbst. Oxytocin stärkt unser Immunsystem!

Tipp:

Jeder Neustart birgt die Chance etwas zu verändern. Nütze die (hoffentlich) letzten Tage im Homeoffice, um noch einmal über gesunde Routinen nachzudenken, die du in deinen Neustart mitnehmen kannst!

Geh regelmäßig in die Sonne! Erwiesenermaßen ist Vitamin D3 ein wertvoller Helfer unserer Immunabwehr!

Bitte beachte, dass dies kein medizinischer Ratschlag ist und eine ärztliche Diagnose und Behandlung  nicht ersetzen kann. Sprich bei gesundheitlichen Problemen bitte immer zuerst mit dem Arzt deines Vertrauens!!!

Antibiotika … und dann?

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Photo by Anastasiia Ostapovych

Die ganze Welt macht eine Pause und schuld daran ist ein im Mikroskop ausserirdisch anmutendes Virus. Was anscheinend ganz vom Radar genommen wurde, sind all die anderen Krankheiten, die sich zwar in der öffentlichen Aufmerksamkeit hinter Corona anstellen müssen, aber natürlich ebenso ihr Unwesen treiben.

Vielleicht hast du dich schon gefragt, warum man den Corona-Viren nicht mit Antibiotika an den Kragen geht? Das liegt daran, dass Antibiotika ihre Wirksamkeit nur gegenüber Bakterien entfalten. Es sei denn, diese sind bereits resistent und haben gelernt, sich gegen gängige Antibiotika zu schützen.

Wenn dich eine bakteriell ausgelöste Erkrankung erwischt, wirst du aller Voraussicht nach mit Antibiotika behandelt. Aus verschiedenen Gründen führt daran meist kein Weg vorbei. Diejenigen unter euch mit Kindern, hatten sicher schon einmal das “Vergnügen” mit Streptokokken! Auch diese Erkrankungen traten jetzt in der nasskalten Jahreszeit gehäuft auf, Corona hin oder her. Allerdings führen die eingeschränkten Kontaktmöglichkeiten sicher auch zu einer geringeren Verbreitung bakterieller Infektionen.

Im Gegensatz zu den Viren (außer denen, die bewußt in der Therapie eingesetzt werden) sind viele Bakterien in unserem Körper lebensnotwendig. So ist unser Darm, vor allem der Dickdarm von Billionen nützlicher Bakterien besiedelt (Biom), die unsere Verdauung am Laufen halten. Für unser Biom ist die Einnahme von Antibiotika sowas wie der Super-GAU.

“Nach der Einnahme von Antibiotika sind die Feinde tot, die Freunde auch!”

Wenn du oder deine Liebsten in letzter Zeit mit Antibiotika behandelt wurden, wird’s jetzt spannend!

Was tun bei und nach der Einnahme von Antibiotika?

Nach der Einnahme von Antibiotika sieht unser Darm aus, wie eine bakterienleere Wüste (ich übertreibe gerne!). Langsam werden sich sowohl gute als auch schlechte Bakterien wieder ansiedeln und vermehren, sowie im besten Fall ein Gleichgewicht bilden. Im besten Fall!
Warum aber warten und auf den “best case” hoffen?

Ich möchte dir hier einen kleinen Fahrplan an die Hand geben, wie die Darmgesundheit schnellstmöglich wieder hergestellt werden kann. Übrigens liebt dein Darm diesen Fahrplan auch wenn er nicht geschädigt wurde.

Unterstütze deinen Darm schon während der Einnahme der Medikamente mit sogenannten Probiotika. Das sind die guten Darmbakterien in Pulver- oder Kapselform.
Zwei Stunden vor und nach dem Antibiotikum geschluckt, können sie die Arbeit der angeschlagenen Verbündeten erleichtern. Gefüttert werden sie mit faserreicher Nahrung, Ballaststoffen, viel Gemüse und fermentierten Lebensmitteln, sogenannten Prebiotika.
Vermeide Zucker, wo es geht! Wenn unsere Darmflora geschwächt wurde, siedeln sich gerne Pilze und Hefebakterien in unserem Darm an. Diese lieben Zucker, also lasse sie verhungern! Achte auch auf versteckten Zucker in gesüßten Speisen und Getränken.
Ist die Darminnenwand angegriffen, sollte sie geschützt werden. Vermeide Stoffe und Lebensmittel, die zu Irritationen führen (Alkohol, Weizen, Fertiggerichte…) und unterstütze deinen inneren Schutzwall mit Glutamin und Kollagen (z.B. in bone broth, auch Suppe genannt!). Diese beiden Aminosäuren halten die Membranen deiner Darmwand zusammen, die oft durch Stress sowieso schon zu weit voneinander entfernt sind. Zelluläres Social-Distancing sozusagen!
Interessanterweise helfen wieder einmal Bewegung und ausreichend Schlaf der Darmregeneration auf die Sprünge.

Intervallfasten

Da ist es schon wieder, das Intervallfasten!
Genaueres kannst du gerne auf meinem früheren Blog-Beitrag lesen, soviel sei jedoch gesagt: Gib deinen Darmbakterien genügend Pausen zur Regeneration. Während der Arbeit vermehren sie sich nicht!

Bakterien vs. Viren

Aus gegebenem Anlass möchte ich ganz vereinfacht den Unterschied zwischen Viren und Bakterien erläutern. Bakterien sind Lebewesen, Viren nicht!

Viren haben nämlich keinen eigenen Stoffwechsel und können sich nicht selbstständig vermehren. Sie enthalten nur Information, die dann den Stoffwechsel des Wirtes beeinflussen. Deswegen sprechen wir wohl auch von Computerviren und nicht von Computerbakterien.
Bakterien hingegen sind Lebewesen und können ziemlich das Gleiche, wie menschliche Zellen. Manche sind uns sogar überlegen und betreiben Photosynthese zur Energiegewinnung.

Ich kann mir vorstellen, dass einige Bakterien den Hype um den Corona-Virus als lächerlich empfinden, so wie ein begabter Jazzmusiker die Darbietungen bei einer Samstagabend-Castingshow. Frei nach dem Motto – “Die können ja nix!”
Trotzdem spricht die ganze Welt momentan zurecht von der viral ausgelösten Corona Pandemie! #bleib gesund

Bitte beachte, dass dies kein medizinischer Ratschlag ist und eine ärztliche Diagnose und Behandlung  nicht ersetzen kann. Sprich bei gesundheitlichen Problemen bitte immer zuerst mit dem Arzt deines Vertrauens!!!

 

 

Durchatmen!

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Der letzte Freitag vor Weihnachten und es gibt noch richtig was zu tun bevor wir endlich (hoffentlich) zufrieden durchatmen können.
Ich würde vorschlagen, das schon jetzt zu tun! Mehrmals täglich 😉

Hier im Superhero Retreat atmet man automatisch tief durch, nachdem man die 18 Stufen bis hinauf zur Terrasse bewältigt hat. Dem gegenüber steht nur der atemberaubende Anblick einer wunderschönen Landschaft!

Wie auch immer sich der freie Sauerstoff als Lebensspender auf unserem Planeten geschwindelt hat, das irdische Leben muss atmen, tief durchatmen!

“Every Breath you take, every move you make…” – Sting & The Police –

Wenn ich als Coach zum tiefen Durchatmen auffordere, geht es allerdings weniger darum, Sauerstoff in unsere Zellen zu pumpen, als durch bewusste Atmung unsere Entspannung und Gesundheit zu unterstützen.

Wie atmest du, wenn du erschrickt? Schnell und flach!
Wie atmest du, wenn dir eine Prüfungsfrage gestellt wird? Schnell und flach!
Und ich traue mich zu sagen, auch beim Abarbeiten der Weihnachtsliste wird nicht all zu tief in den Bauch geatmet.
Das ist ganz normal. Dadurch versuchen wir so schnell wie möglich Sauerstoff in den Körper zu pumpen. Aber es ist nicht entspannend!

Unser Atem ist von Tag zu Tag unterschiedlich, man sagt, kein Atemzug gleicht dem anderen, ähnlich wie es keine gleichförmigen Steine gibt.
20.000 Atemzüge in 24 Stunden! 10.000 Liter Luft saugen wir täglich in unsere Lungen und atmen sie wieder aus. Das Atmen läuft von selbst, wir brauchen nicht daran zu denken. Aber ebenso, wie unser vegetatives Nervensystem unbewusst unseren Atem steuert, können wir Einfluss auf unser vegetatives Nervensystem und somit auf unseren Stresslevel nehmen.

Der Atem gilt schon seit tausenden von Jahren als Manifestation der Lebensenergie und ist unsere einzige Möglichkeit, direkten Einfluß auf das vegetative Nervensystem zu nehmen. Vielleicht wird der Atem auch deshalb in verschiedenen Religionen als etwas Göttliches beschrieben. Die Yogis unter euch hören wahrscheinlich öfters so klingende Namen, wie Chi oder Prana.

Wissenschaftlich gesehen hat eine Atemfrequenz von 6 Atemzügen in der Minute die entspannendste Wirkung auf unser Nervensystem. Um genau zu sein, solltest du 4 Sekunden lang einatmen und 6 Sekunden lang ausatmen. Bei diesem Takt synchronisieren sich unser Atem und unsere Hirnwellen und es tritt bereits nach 2 Minuten  eine messbare Entspannung ein.

Das sollten wir uns zu Nutze machen!!!

Tipp:

Versuche den Stress aus dem Alltag zu nehmen und mache zwei geplante Pausen täglich – eine vormittags und eine am Nachmittag.
Atme für mindestens 2 Minuten bewusst im 4 zu 6 Sekunden – Rhythmus ein und aus!

… und verbinde diese Übung mit einem Becher Glühwein am Christkindlmarkt!

Every Earthling needs Earthing!

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Es ist ein wunderschöner Abend im Superhero-Retreat, ein Sonnenuntergang wie gemalt, ein kühler Wind streicht durch die Bäume und einige unserer Superhelden machen ihren Abendspaziergang. Manche von ihnen barfuß!
Deswegen wirken die Jungs und Mädels so entspannt und geerdet! …

“Walk as if you are kissing the earth with your feet!” – Thich Nhát Hanh –

Aber bevor euch das Ganze hier zu “wuwu” erscheint, lasst mich wissenschaftlicher werden und etwas über die Wirkung des Kontaktes zur Erdoberfläche schreiben.
Eigentlich ist es ja altes Wissen, dass der Aufenthalt in der Natur und da besonders der Kontakt zur Erdoberfläche, eine positive Wirkung auf uns Menschen hat. Kneippkuren, das Schwimmen im Meer oder einem kalten Gebirgssee, aber auch das Barfuß-Gehen.
Wie immer kommt die Wissenschaft hinterher und möchte dieses Empfinden auch messen. Mit erstaunlichen Ergebnissen: Zum Beispiel reagiert unser vegetatives Nervensystem innerhalb weniger Sekunden auf die Körpererdung und es kommt zu einer messbaren Entspannung. Regelmässiger Erdkontakt verringert sogar Entzündungen und Schmerzen, besagen Studien.

Diese Erdverbundenheit war über Jahrtausende hinweg gegeben. Menschen liefen immer barfuß oder in Schuhen aus natürlichen Materialien. Erst mit der Erfindung der Kunststoffe ging der Kontakt zur Erde verloren und wir begannen Bäume zu umarmen.

Was ist denn nun diese Erdung?
Man kann sich das wie einen Blitzableiter vorstellen. Elektrische Felder oder elektrostatische Aufladungen fließen bei Kontakt zur Erde. Dieser Kontakt wird von uns durch, zugegeben meist sehr stylische, Schuhe unterbunden. Selbst im Schlaf liegen wir isoliert von der natürlichen Erdung. Wir können uns nicht mehr “entladen”, sagt der Schlafforscher Prof. Dr. Amann-Jennson.

Ich möchte den elektrischen Strom in keinster Weise missen, das uns umgebende elektromagnetische Feld (EMF) hat sich jedoch total verändert. Zuerst war es nur der relativ niederfrequente elektrische Strom, der in die Häuser gebracht wurde, inzwischen gibt es unzählige Quellen (WLAN, Handy, Bildschirme…), die für uns unnatürliche Strahlung verursachen. Momentan wird heftig über die möglichen Gefahren des 5G-Netzes diskutiert.

Wenn man einen Luftballon an einem Kleidungsstück reibt, wird er magnetisch und wir können ihn an die Wand “kleben” und manchmal bekomme ich einen kleinen Stromschlag, wenn ich eine Türklinke anfasse. Das zeigt, wie “aufgeladen” wir sind, unter anderem durch die von uns getragene Textilien.
Über Erdkontakt (Earthing) können wir diese Blitze ableiten!

Obwohl man all das kontrovers diskutieren kann, schadet es auf keinen Fall, so viel wie möglich barfuß zu laufen. Im Gegenteil, auch dein Orthopäde wird sich freuen 😉

Tipps:

Versuche öfters barfuß zu gehen oder hänge deine Füsse ins kalte Wasser eines Baches oder Sees. Für die Großstädtler wird das etwas schwieriger, aber vielleicht findet ihr immer wieder eine Möglichkeit, euch zu “entladen.”

Wer schlecht einschlafen kann, könnte vor dem Schlafengehen versuchen noch ein paar Schritte durch die Wiese zu laufen. Es ist auf alle Fälle entspannender als noch ein letztes Mal eure Emails zu checken! 😉

Burnout – ein Wasserproblem?

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Photo by Clint McKoy on Unsplash

Ich weiß, die Überschrift ist etwas “catchy”, aber wenn wir Burnout einmal vereinfacht als eine chronische Erschöpfung beschreiben, dann spielt der Flüssigkeitshaushalt dabei eine nicht unwichtige Rolle.
Ich stelle mir also wirklich die Frage: In wie weit spielt ‘zu wenig trinken’ eine Rolle bei der Entstehung eines Erschöpfungszustandes?

Der nachfolgende Text ist in keinster Weise eine wissenschaftliche Abhandlung, ich wäre viel eher gespannt auf euer Feedback, wie eure Trinkgewohnheiten (Wasser!) euer Wohlbefinden und eure Leistung beeinflussen?

Lasst mich einmal Dehydrierung (Dehydration) und Stress auf Zellebene vergleichen.
Unser Körper besteht zu einem Großteil aus Wasser, oder besser, beinhaltet hauptsächlich Wasser. Wir wissen, dass unsere Zellen ohne Wasser nicht funktionieren.
Alles was rein oder raus muss, braucht Wasser als Transportmittel. Ernährung, Entgiftung, alles hängt davon ab, ob wir genügend trinken.
Aber selbst unsere Mitochondrien, unsere Zellkraftwerke, arbeiten mit der Ladung von Wasser. Wir wissen zum Beispiel, dass Schwermetalle unsere Mitochondrien schädigen und für Ermüdungszustände bis hin zu Krankheit verantwortlich sind.
Warum also nicht Wassermangel?
Ähnlich einemWasserkraftwerk in der Trockenzeit, wird die Ausbeute an Energie bei Flüssigkeitsmangel überschaubar sein.

Unsere Zellen brauchen Wasser schon alleine um ihre Form zu erhalten. Ist zu wenig Flüssigkeit im interzellulären Raum, verschließen sich die Zellen und halten ihre Wasserreserven zurück. Dann können jedoch keine Abfallprodukte (z.B. freie Radikale) mehr aus der Zelle geschwemmt werden und wiederums ist Erschöpfung die Folge.

Bereits ein Flüssigkeitsverlust von 0,5% – 3%, bezogen auf’s Körpergewicht, macht sich bemerkbar. Erst tritt Durstgefühl auf, dann lässt die Konzentration etwas nach. Bei einem Verlust von 5% treten bereits Kopfschmerzen und Müdigkeit auf.
5 Prozent, das sind bei einem Menschen mit 70 kg bereits 3,5 Liter!
Diese Menge an Flüssigkeit geht zwar nicht auf einmal verloren, als ob man den Stöpsel aus dem Abfluss zieht, aber genau der kontinuierliche Verlust ist das Problem. Er macht sich erst bemerkbar, wenn wir unter den Symptomen leiden, im Extremfall versagen unsere Nieren und unser Kreislauf.

“Man kann die Erkenntnisse der Medizin auf eine knappe Formel bringen: Wasser, mäßig genossen, ist unschädlich!” – Mark Twain –

Wir Menschen sind keine Kakteen, wir können kein Wasser speichern, verlieren täglich aber um die 2 Liter Flüssigkeit über Atmung, Schweiß und Urin.
Daher müssen wir kontinuierlich trinken!

Tipps:

Beginne den Tag mit einem Glas Wasser, denn auch nachts verlieren wir einiges an Flüssigkeit über Atmung und Schwitzen.
Trinke kontinuierlich über den Tag verteilt, denn unser Körper kann nur ungefähr 150 ml / 15 Minuten aufnehmen.

Deinen Flüssigkeitsbedarf errechnest du ganz einfach: 0,3 Liter Wasser pro 10 kg Körpergewicht. Bei Hitze und körperlicher Aktivität auch gerne mehr!
Natürlich beinhaltet auch unsere Nahrung eine ganze Menge Flüssigkeit, was heißt: Mit 1,5 – 2 Litern Wasser am Tag sollte euer Bedarf gedeckt sein.

R.E.M. IST NICHT NUR EINE BAND!

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Wir Kinder der 80er Jahre verbinden mit R.E.M. eher „It’s The End Of the World As We Know It“ als mit erholsamem Schlaf. Damals brauchten wir den auch nicht! „I’ll Sleep When I’m Dead“ war das Motto.

Im Laufe der Jahre hat sich das verändert. Heute fühlen wir uns tot wenn wir nicht richtig geschlafen haben und daran leiden mehr Menschen als man glauben möchte.
Guter Schlaf ist lebensnotwendig und keine verschwendete Zeit.

Wie viel sollte man schlafen? Wann ins Bett gehen und mit wem? Ok, das ist Thema eines anderen Blogs, jedoch haben Forscher herausgefunden, dass die Uhrzeit, zu der wir Sex haben, unseren Schlaf positiv oder negativ beeinflussen kann…

Licht und die Hormone! 

Dass Licht irgendwas mit uns macht spüren wir alle, spätestens wenn der Herbst kommt und die Tage kürzer werden. In den Boulevard Blättern wird dann jedes Jahr von neuem die „Herbstdepression“ oder der „Winterblues“ erklärt und Dr. Feelgood gibt Ratschläge zur Vermeidung.
Seine Tipps: So viel Sonne, wie möglich, Tageslichtlampen oder Lichttherapie.

Licht also!

Unser circadianer Rhythmus, unser Wach-Schlaf-Rhythmus wird von Licht und unserer Epiphyse bestimmt. Nicht umsonst tragen die Menschen in Indien ein Tilaka, ein Segenszeichen, auf der Stirn, denn genau hinter dem „dritten Auge“ sitzt unsere Epiphyse. Es soll Kraft geben.
Die Epiphyse verwandelt Serotonin, unser Glücks- und Wachhormon, in Melatonin, unser Schlafhormon. Und zwar genau dann, wenn das Tageslicht verschwindet und es dunkel wird. Das blaue Licht verschwindet, der Himmel färbt sich rot, die Natur geht schlafen.
Nur wir Menschen nicht! Die Lichter gehen an, die Fernseher und sofern Du Serien liebst, läuft Netflix am Computer. Es soll sogar Menschen geben, die nachts vorm Bildschirm sitzen und arbeiten.
Das blaue Licht geht also nie aus, unser Himmel färbt sich niemals rot.

Hast Du Dich schon mal gefragt warum die Laternen im Park oft orange bis rötlich erscheinen? Einfache Antwort: Weil Du sicher, aber nicht hellwach nach Hause kommen sollst. Unsere Vorfahren sind nachts am Feuer gesessen. Farbe? Orange-rot, bernsteinfarben. Dieses Spektrum des Lichts signalisiert uns die Zeit zu ruhen.

Leider emittieren all unsere Bildschirme hauptsächlich blaues Licht und halten uns wach. Spätestens seit wir dem (noch am) natürlichsten Leuchtmittel, der guten alten Glühbirne, beraubt wurden, sitzen wir unter Energiesparlampen und LEDs.
Neuere Smartphones haben übrigens eine „Night Shift“- Funktion, mit der man das blaue Licht filtern kann. Der ganze Bildschirm erscheint dann rötlich. Wenn selbst Firmen wie Apple ein solches Feature vorinstallieren, dürfte etwas dran sein, an der Geschichte mit dem Licht.

Das heißt für uns: Wer Schwierigkeiten hat zu schlafen, der halte sich nach der Dämmerung so weit es geht von blauem Licht fern. Nicht direkt vom Fernseher ins Bett und dort noch schnell die letzten Nachrichten am Handy checken. Auch wenn Du nachts mal kurz das Schlafzimmer mit dem Badezimmer tauschen musst, halte Dich von hellen Lichtquellen fern. Ein kurzer (blauer) Lichtimpuls genügt und Deine Hypophyse schaltet die Melaninproduktion stumm. Macht Sinn, es ist doch eben die Sonne aufgegangen.

Tipps:

Bei Einschlafschwierigkeiten empfiehlt es sich schon die Zeit vor dem Zubettgehen in der Dämmerung zu verbringen. Licht dimmen, im Halbdunkel die Zähne putzen, die Sonne kommt erst am nächsten Morgen zurück. Da dafür mit voller Kraft. Vorhänge auf, die Sonne anlachen, alle Rezeptoren sollen spüren, dass die Nacht vorüber ist.