Auseinandersetzen

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… und plötzlich muss man sich mit seinem Gegenüber auseinandersetzen.

Das Ende des Jahres 2020 wird sehr herausfordernd für Hebammen und Familientherapeuten. Ich gehe davon aus, dass die um sich greifenden Ausgangssperren  zu einem Baby- aber auch Scheidungsboom führen werden. Paare in Quarantäne machen gerade eine spannende Zeit durch, viele Beziehungen werden auf eine harte Probe gestellt.
Teenager können das Haus nicht mehr verlassen und müssen sich mit ihren Eltern herumschlagen, die in letzter Zeit sowieso schon komisch und altmodisch geworden waren. Das gewohnte “… chill dein Leben” führt zu Reizung, der Entlastungs- und Zufluchtsort bei den Großeltern bleibt Sperrgebiet.

“Ich setze mich gerne mit meinem Mann auseinander. Aber dürfen es auch mehr als 1,5 Meter sein?” 

Es ist schon lange bekannt, dass viele Beziehungen den gemeinsamen Urlaub oder die Weihnachtszeit nicht überstehen, weil wir plötzlich bemerken, dass wir mit dem Gegenüber nichts (mehr) anfangen können. Liebevolle Marotten beginnen auf einmal extrem zu nerven, und gemeinsame Interessen gibt’s sowieso schon lange keine mehr.

Wenn das Gefühl der Fremdbestimmung aufkommt, wir also zu wenig bis keine Freiheit haben und unsere gewohnten Routinen gestört sind, werden Kommunikationsregeln außer Kraft gesetzt. Die Zündschnur wird kürzer, und Paare, die schon länger unterschwelligen Differenzen erfolgreich aus dem Weg gegangen sind, sitzen auf einem Pulverfass.
In diesem Zusammenhang finde ich es sehr beunruhigend, wie oft in den Medien auch über häusliche Gewalt gesprochen wird.

Umso wichtiger ist es in diesen Tagen, die gegenseitigen Erwartungen und Bedürfnisse abzuklopfen. Selbst wenn man glaubt, sich gut zu kennen. Wie viel Raum und Zeit braucht jeder für sich? Wie regelt man die Betreuungszeiten der Kinder? Wann wird wirklich ungestört gearbeitet und wer übernimmt das Regiment in der Küche?

Erwartungen

Jetzt macht es Sinn, auf ein Ritual zurückzugreifen, das nicht nur in Krisenmomenten genutzt werden sollte. Nehmt ein Blatt Papier und schreibt auf die eine Seite, was ihr von eurem Partner oder eurer Partnerin erwartet. Das habt ihr vielleicht schon öfter gemacht oder vor allem im Streit lautstark kundgetan.
Das Spannende ist jedoch, auf die Rückseite des Blattes zu schreiben, was ihr glaubt, dass euer Partner oder eure Partnerin von euch erwartet. Dann tauscht eure Blätter und legt diese Erwartungen übereinander. Ich bin mir sicher, dass ihr mit euren Annahmen und Bemühungen teilweise weit am Ziel vorbeiarbeitet.

Um dabei nicht in Konflikt zu geraten, empfiehlt es sich, auf die Regeln der “gewaltfreien Kommunikation” zurückzugreifen. Für unser Kommunikationstraining gefällt mir persönlich der Ausdruck der “wertschätzenden Kommunikation” besser, allerdings hat Marshall B. Rosenberg, der Erfinder dieses Prinzips, viel in Krisengebieten gearbeitet, wo “gewaltfrei” wahrscheinlich wirklich der passende Zugang ist.

Das Grundprinzip der wertschätzenden Kommunikation sind die “Ich-Botschaften”.
Wir neigen dazu in Diskussionen Anschuldigungen auszusprechen:
“Du bist immer…”, “Du sagst ganz oft…”, “Ich weiß, du denkst jetzt wieder…”

Kein Wunder, dass diese Ansagen gerne als persönlicher Angriff oder als verletzend empfunden werden.
Niemand kann uns jedoch unser Empfinden und unser Gefühl absprechen:
“Ich fühle mich unsicher, wenn du sagst, dass…”, “Es stört mich, dass…”

Das sind klare Erklärungen unseres Gefühlszustandes, an denen es auch nichts zu rütteln gibt. Und ganz wichtig: Diskussionen dürfen auch ohne Lösung oder Kompromiss enden. Es muss keine Seite gewinnen oder recht haben. Akzeptiert das Anders-sein eures Gegenübers!

Bevor dieser Beitrag jedoch zu schwermütig wird, noch etwas Positives.
Auch die Sehnsucht nach Nähe scheint in solchen Ausnahmesituationen wieder aufzuleben. So waren im Drogeriemarkt nicht nur die Regale mit Toilettenpapier so leer wie der Trophäenschrank bei Bayer Leverkusen, sondern auch die Ablage mit Kondomen ungewöhnlich leergeräumt. Die Bunten waren sogar ausverkauft! 😉

 Tipps:

Gönnt euch ein gutes Glas Wein, nehmt Stift und Papier und “spielt” Erwartungen abklären.

Versucht euch in wertschätzender Kommunikation und wendet Ich-Botschaften an!
Das gelingt nicht immer und braucht ein bisschen Training. Vielleicht nützt ihr die Zeit, zu einem zukünftig besseren Miteinander.
(Buchtipp: “Gewaltfreie Kommunikation”, Marshall B. Rosenberg, ISBN-13: 978-3955715724)

Neujahrsvorsätze

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“Ob du glaubst du schaffst es, oder ob du glaubst, du schaffst es nicht – du wirst auf alle Fälle recht haben!” – Henry Ford –

Wie läuft es so mit den Neujahrsvorsätzen? Hast du überhaupt Beschlüsse gefasst, einen Vertrag mit dir selbst abgeschlossen oder gar mit Freunden auf einen möglichen Erfolg gewettet?

Ende 2018 wollten zwei Drittel der Deutschen im kommenden Jahr aktiv etwas gegen Stress unternehmen. Das ging aus der jährlichen Umfrage einer großen deutschen Krankenkasse hervor. Damit war Stressabbau (64%) zum wiederholten Male der am häufigsten genannte Neujahrsvorsatz, eingeholt von mehr Zeit für die Familie (64%) und gefolgt von mehr Bewegung (56%) und gesünderer Ernährung (53%)

Das Vorhaben, sich weniger Zeit mit Handy und Computer (27%) zu beschäftigen war weiter stark im Kommen und hat den Abstand zum Plan weniger Alkohol (15%) zu trinken erneut vergrößert. Im Vergleich zu 2014 ist dieses Bedürfnis um fast 70% gestiegen, vor allem in der Altersgruppe unter 30.

Neu auf der Liste ist (danke Greta!) der Vorsatz zu mehr umwelt- und klimafreundlichem Verhalten (64%).

Was mich allerdings erstaunt hat, war die Halbwertszeit der Vorhaben für das Jahr 2019. Jedem zweiten Deutschen gelang es 4 Monate oder länger an den Vorsätzen dranzubleiben. Auch das zeigt einen deutlichen Anstieg gegenüber den vergangenen Jahren. 4 Monate – ehrlich? Also in meiner Gegend wohnen diese braven Umsetzer nicht! 😉
Ich bin schon gespannt, wie die Umfrageergebnisse von Ende 2020 aussehen werden?

Wie ergeht es dir nun also mit deinen Vorsätzen?
Ich muss ehrlich zugeben, dass auch ich regelmäßig an meinen selbst auferlegten Optimierungsvorhaben gescheitert bin. Aber es wird besser und besser!

Ähnlich einer SMARTen Zielsetzung, die viele von aus Business-Coachings kennen, ist die Definition der Vorhaben das Um- und Auf.
Wie soll das Ergebnis aussehen, wann möchte ich es erreicht haben, wie kann ich es messbar machen und was, wenn der Schweinehund doch wieder auftaucht?

Das Wichtigste, dein Vorsatz ist kein “Alles oder Nichts”!
Nehmen wir einmal das Vorhaben, weniger Zeit mit digitalen Medien zu verbringen. Vielleicht fällt es dir leichter nach folgender Regel zu handeln:
1 Tag pro Woche & 1 Woche pro Monat & 1 Monat pro Jahr.
Damit würdest du 166 Tage im Jahr mit verringerter Bildschirmzeit erreichen, ohne das Gefühl, eines großen Verzichts. Motiviere dich zusätzlich mit dem Bild des Erfolgs. Was wird sich verändert haben?

Tipps

“No one said it would be easy, but no one said it’d be this hard”! – Sheryl Crow –

  • Formuliere einfache, realistische Ziele
  • Definiere ein genaues Ergebnis, lieber in kleinen Schritten
  • Suche dir einen Sparringspartner und hab Spaß an deinem Vorhaben
  • Wann ist der Vorsatz erreicht und wie sieht die Feier aus? 😉

… und los geht’s!!!

 

Quelle DAK, “Gute Vorsätze 2020”

 

Intervallfasten – 16:8 ist kein Bildschirmformat!

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An meinen ersten Tagen im Superhero Retreat ist mir aufgefallen, dass fast keiner meiner Helden zum Frühstück erschien…

16:8 ist zwar kein Bildschirmformat, kann das körperliche Verhältnis von Höhe zu Breite jedoch durchwegs positiv in Richtung Schlankheit verändern! – von mir –

Was hat es mit diesem ominösen Intervallfasten nun wirklich auf sich?
Nehmen wir ab? Leben wir gesünder? Werden wir älter?

Nun – alles stimmt! Allerdings wurden die meisten Forschungsergebnisse im Tierversuch erbracht und sind damit nicht immer direkt auf den Menschen übertragbar. Erfahrungsberichte und Laborwerte bei Menschen sprechen jedoch eine eindeutige Sprache: Es dürfte auch bei uns Menschen bestens funktionieren!

Das 16:8 steht für einen Tag, an dem die Nahrungsaufnahme auf 8 Stunden begrenzt wird. Danach bekommt die Verdauung 16 Stunden Pause und der Körper dankt uns diese mit vielen gesundheitlichen Vorteilen. Wobei es keinen Unterschied macht ob wir das Frühstück oder das Abendessen ausfallen lassen. Man muss das auch nicht täglich machen!

Warum genau 16:8?

Nun, es gibt auch die 18:6 oder 20:4 Regel und selbst das 16:8 muss nicht exakt eingehalten werden. Aber bevor sich das hier liest wie die Fußballergebnisse bei der F-Jugend, gehe ich ein bisschen genauer auf das Timing ein.

5-6 Stunden dauert es bis die Nährstoffe aus der Blutbahn verbraucht sind. Dann leeren wir die Kurzzeitspeicher und der Körper muss an die eiserne Reserve, die Fettdepots. Ab diesem Zeitpunkt können sich die Darmbakterien regenerieren und außerdem beginnt der Körper nach ungefähr 12 Stunden mit Autophagie, der zelleigenen Müllabfuhr.

Autophagie

Autophagie bezeichnet den Prozess, mit dem Zellen eigene Bestandteile abbauen und verwerten. Das reicht von funktionsunfähigen Proteinen bis zum Abbau alter Zellbestandteile.
Die Autophagie dürfte in den evolutionären Mangelzeiten geholfen haben, Energie zu sparen.

Ähnlich wie bei (den meisten von) uns, findet bei den Darmbakterien während der Arbeitszeit keine Vermehrung statt. Wenn unsere Darmbakterien dann endlich keine Nahrung mehr aufspalten müssen, können sie sich ihrer Vermehrung widmen und das gibt unserer Verdauung zusätzlich Kraft.

Ein weiteres Enzym, das während des Fastens gebildet wird, nennt sich Telomerase. Dieses Enzym stellt die Endstücke der Chromosomen wieder her und verlängert somit die Lebensdauer unserer Zellen.
Laut momentanem Wissensstand ist die Telomerase nicht in allen Zellen aktiv, jedoch z.B. in unseren Immunzellen. Weiter gedacht, stärkt das Intervallfasten also auch unsere Körperabwehr.

Ich finde, all das klingt nicht schlecht, oder?

Tipps:

Lass’ das Frühstück oder Abendessen erstmal an einem Tag in der Woche ausfallen, so hast du nicht das Gefühl, von heute auf morgen alles ändern zu müssen. Auch wenn dir die 16 Stunden ohne Essen zu Beginn zu lange vorkommen, taste dich langsam heran.
Du wirst jedoch schnell merken, dass du auch mit längeren Essenspausen viel Energie hast und dich besser und besser fühlst.

Jetzt erwähne ich noch, dass Intervallfasten die entzündlichen Prozesse im Körper verringert und … lets go!

 

Screensaver Confirmation

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Seien wir uns mal ehrlich: Wie oft werfen wir einen kurzen, schnellen Blick auf unser Handy um zu sehen, ob eine lebensrettende Nachricht eingetroffen ist? Um zu sehen, wie spät es ist oder den nächsten Song unserer Playlist zu hören?

Laut einer Studie des US-Marktforschungsinstituts dscout entsperrt ein durchschnittlicher User sein Handy über 70 mal pro Tag.

Zumeist erscheint uns dann am Sperrbildschirm das Lieblingsbild unserer Kinder, des Hundes oder auch ein Urlaubs-Selfie mit unseren Liebsten.

Stell’ dir einmal vor, bei jeder Berührung des Bildschirms würde dir eine bestärkende Botschaft entgegenleuchten. Eine kurze Nachricht an dich selbst. Ein Satz, wie großartig und liebenswert du bist.
Klingt nicht schlecht, oder? Und beeinflusst ganz nebenbei dein Unterbewusstsein mit einer unglaublichen Kraft.

Früher wurde mir erzählt, die Musik im Supermarkt sei mit geheimen Botschaften versehen, die mich unbewusst dazu anregen sollen, ein bestimmtes Produkt zu kaufen. Als Kind konnte ich das immer gut als Ausrede für Süßigkeitenkäufe verwenden. “Keine Ahnung, wie die Smarties in die Einkaufstasche kommen. Das muss wohl wieder so eine versteckte Nachricht gewesen sein!”

Auch Filme wurden angeblich dazu missbraucht, politische Statements unters Volk zu bringen. Zumindest in Versuchen wurde immer eines der 24 Bilder pro Minute gegen einen Politslogan getauscht, um den Sehern anschließend Fragen zu politischen Themen zu stellen. Mit Erfolg!

Kurz, unser Unterbewusstsein sieht weitaus mehr, als unser Bewusstsein.
Warum also diese Möglichkeit der Manipulation nicht positiv nutzen?

Ich habe mir angewöhnt, den Home-Bildschirm meines Handys alle paar Wochen mit einem neuen ‘Satz an mich selbst’ zu versehen. Im Moment steht da in dicken Buchstaben: “ICH BIN WERTVOLL!”
Aber auch so Sätze wie “ICH BIN FREI!” oder “SEI NEUGIERIG”! gab’s auf meinem gesprungenen Display schon zu lesen. So einfach es auch ist, die unbewusste Wirkung dieses kleinen Lifehacks ist unglaublich.

Tipp:

Schreibe eine positive Bestärkung in angenehmer Schrift und Größe in einem Word-Dokument nieder. Speicher das ganze als PDF und schicke dir die Botschaft auf’s Handy. Wähle das PDF als Hintergrundbild und freue dich über 70 mal pro Tag über die wunderbare Botschaft an dich selbst.

P.S.: Apropos versteckte Nachrichten: Wer noch alte Schallplatten zuhause hat, sollte einmal “Stairway To Heaven” von Led Zeppelin oder “Another One Bites The Dust” von Queen rückwärts laufen lassen. Angeblich gibt es da die versteckten Worte “Oh, here’s to my sweet satan” oder “it’s fun to smoke marihuana” zu hören. Viel Spaß!

Lemon Water

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melissa-walker-horn-483814-unsplashPhoto by Melissa Walker Horn on Unsplash

Ist dir schon einmal aufgefallen, dass du nachts Gewicht verlierst?
Stell’ dich vor dem Schlafengehen auf die Waage und wiederhole das am Morgen bevor du etwas zu dir genommen oder von dir gegeben hast. Sprechen ist natürlich erlaubt!
Du wirst bis zu einem halben Kilogramm leichter sein als am Abend zuvor!
Das liegt daran, dass wir nachts viel Flüssigkeit über Schwitzen und Atmung verlieren.
Um die “Dürre der Nacht” zu beenden, ist das morgendliche Glas Wasser bei vielen von uns schon zur Routine geworden.

Nütze die besondere Kraft der Zitrone um noch besser in den Tag zu starten.
Zitronenwasser ist äusserst gesund. Es ist basisch (die sauer schmeckenden Fruchtsäuren werden im Körper schnell abgebaut, die basischen Mineralstoffe bleiben zurück), stärkt die Darmflora, fördert die Verdauung und wirkt sogar entzündungshemmend. In Reinigungsmitteln wird die antibakterielle Wirkung der Zitrone nicht umsonst zur natürlichen Desinfektion verwendet.
Ausserdem stärkt die Zitrone das Immunsystem und kämpft durch ihren Reichtum an Vitamin C erfolgreich gegen freie Radikale.

Tipp:

Trinke nach dem Aufstehen ein großes Glas Wasser mit dem Saft einer halben (Bio-) Zitrone. Falls du es süßer magst, kannst du gerne etwas Honig dazugeben. Auch ist es für den Magen oft angenehmer, am Morgen warmes Wasser zu trinken.
Aber Vorsicht: Das Zitronenwasser eignet sich nicht als Tee! Ab einer Temperatur von ungefähr 40 Grad verlieren Zitrone und Honig viele Inhaltsstoffe und daher auch ihre positive Wirkung.