Die Kraft der Kälte!

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Photo by Alice Triquet on Unsplash

Geht man morgens den kleinen wurzeligen Pfad vom Superhero Retreat abwärts und noch ein Stückchen durch den Wald in Richtung Osten, kommt man zu einem zauberhaften, kristallklaren See, auf den die ersten Sonnenstrahlen des Tages fallen. Während die Sonne das Ufer langsam erwärmt, hat der See konstant zwischen 12 und 14 Grad. Die perfekte Temperatur für ein morgendliches “Eisbad”.

Die heilsame Wirkung der Kälte ist nicht neu, denn schon Sebastian Kneipp schaffte es Mitte des 19 Jahrhunderts seine chronische Lungenkrankheit mit wöchentlichem Baden in der eisigen Donau zu heilen. Damals noch ohne die Möglichkeit eines wissenschaftlichen Beweises. Bis heute findet man auf Naturpfaden oder in Wellnesshotels die Aufforderung durchs kalte Wasser zu waten und auch die Wissenschaft hat die Wirkung der Kälte auf den menschlichen Körper längst erforscht.

Schon meine Eltern erzählten mir vom Verein “Verkühle-Dich-Täglich”, wo sich Menschen im Winter trafen, um durch ein Loch im Eis in einen zugeforenen See zu steigen. Inzwischen gibt es Cryosaunen mit flüssigem Stickstoff, therapeutische Kältekammern und der positiv verrückte holländische “Iceman” Wim Hof hat 1,2 Mio Follower auf Instagram. Einer davon bin ich 😉

“The cold is a noble force” -Wim Hof-

Die gesundheitlichen Vorteile der gezielt eingesetzten Kälte sind vielfältig. Neben einer Reduktion der Stresshormone, einer Steigerung des Antriebs bei Depressionen und einer Stärkung des Immunsystems, wird von einer starken Verbesserung der Symptome bei Autoimmunerkrankungen und Rheuma berichtet. Wie schon Kneipp feststellte, wird auch das kardiovaskuläre System und die Lungenfunktion trainiert. Sportler profitieren von einer verbesserten Durchblutung der Muskulatur und einer beschleunigten Regeneration. Ich glaube, da ist für jeden von uns etwas dabei.

Wie wirkt Kälte gegen Stress?

Der Kältereiz in Gesicht und Nacken aktiviert das parasympathische Nervensystem. Wenn der N. Trigeminus die Kälte in unserem Gesicht wahrnimmt, stimuliert das auch den Parasympathikus und körperliche Entspannung tritt ein. Herzschlag und Atemfrequenz werden gesenkt. Deswegen ist es auch wichtig in kühlen Räumen zu schlafen und so dem Körper die Chance zu geben, nachts die Kerntemperatur etwas abzusenken.
Wenn du vor dem Schlafengehen gerne kalt duscht, um den Stress aus dem Köper zu kriegen, solltest du die Dusche allerdings mit warmem Wasser beenden. Ansonsten verengen sich die Blutgefäße an Armen und Beinen und können nicht genügend Wärme abgeben, um erholsam einzuschlafen. Am Abend wäre ein kaltes Gesichtsbad zu bevorzugen.

Warum stärkt Kälte mein Immunsystem?

Meine Mama ermahnte mich doch immer, mich warm anzuziehen, um mich nicht zu erkälten?
Beim Eisbaden geht es auch nicht um ein kontinuierliches Auskühlen des Körpers sondern um einen Reiz. In wenigen Minuten wird der Körper so stark gekühlt, dass hormonelle und immunologische Vorgänge in Gang gesetzt werden.
Ähnlich einem intensiven Trainingsreiz, aktiviert der kurze Stress unser Abwehrsystem. Der sogenannte hormetische (anregende) Stress ist wie ein Kampftraining, um im Gefahrenmoment bestmöglich vorbereitet zu sein.
Vor allem die unspezifische Immunabwehr mit unseren immer wachsamen Killerzellen wird so auf Trab gehalten.

Kälte und Depression

Rein physiologisch hilft das Eisbaden bei Depressionen durch den Anstieg des Neurotransmitters Noradrenalin.
Wer auf Antidepressiva in Medikamentenform angewiesen ist, weiß, es gibt so einige chemische Stellschrauben, an denen gedreht werden kann. Eine davon ist das Noradrenalin. Im zentralen Nervensystem steigert Noradrenalin den Antrieb und die Motivation und spielt so, ähnlich wie Serotonin und Dopamin, eine wichtige Rolle für’s Wohlbefinden.
Der Kältereiz beim Eisbaden oder in der kalten Dusche steigert die Ausschüttung von Noradrenalin und kann als Ergänzung zu einer professionellen Therapie versucht werden.

Ein weiterer Effekt der Kälte ist die absolute Konzentration auf den Körper und seine Sinne. Steig ins kalte Wasser und versuche zeitgleich eine einfache Rechenaufgabe zu lösen. Es wird dir nicht gelingen!
Diese Erkenntnis kommt auch Panikpatienten zu gute. In dem Moment, in dem sich das Gedankenrad immer schneller um die Angst dreht, ist es fast unmöglich diese abzuwenden. Der “Schock” der Kälte kann zu einer Unterbrechung der beunruhigenden Gedanken führen und einen Neustart erzwingen. Auch hier ersetzt die kalte Dusche natürlich keine professionelle Therapie!

Chronische Erkrankungen und Schmerzpatienten

Dass Kälteanwendungen chronische Erkrankungen, wie Rheuma, und Schmerzen lindern, ist bekannt. Das Warum ist sehr komplex, jedoch gehen die Entzündungswerte nachweislich nach unten.
Die Schmerzlinderung könnte damit zusammenhängen, dass Schmerz und Kälte die gleichen Nervenbahnen in Richtung Gehirn benutzen und dort von den gleichen Arealen verarbeitet werden. Dr. Josephine Worseck (“Die Heilkraft der Kälte”) nennt das eine Leitungs- und Wahrnehmungskonkurrenz. Da der Kältereiz den Schmerzreiz überlagert, werden weniger Schmerzen wahrgenommen.

Tipps

Achtung: Dein Körper muss sich langsam an die Kälte gewöhnen!

Starte nicht zu schnell, zu kalt und zu lange!
Taste dich an die Kälte heran und dusche die nächsten Tage immer ein bisschen kälter. Von warm zu lauwarm zu kalt… bis du es schaffst, eine Minute kalt zu duschen. Denke dabei auch an das Gesicht.
Das erste Kältebad sollte im Schutze der Badewanne stattfinden. Durch das Sitzen oder Liegen im kalten Wasser, ist die Wärmeabgabe des Körpers natürlich um einiges höher als beim Duschen. Mache deine ersten Erfahrungen in Begleitung, denn du weisst nie, wie dein Körper reagiert.
Entspanne dich und versuche ruhig zu atmen!

Achtung: Vermeide Eisbäder bei Herz-Kreislauf-Problemen, starkem Bluthochdruck oder akuten Infekten und besprich dein Vorhaben auf alle Fälle mit einem Arzt!

Mein starkes Immunsystem!

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Täglich kehrt wieder mehr Leben in die Städte zurück und es darf auch wieder gemeinsam gelacht werden. Wenn auch noch verdeckt durch die unterschiedlichsten Arten von Masken.

Aber auch eine gewisse Unsicherheit kehrt zurück, wird doch ständig von der Gefahr der zweiten Infektionswelle gesprochen.
“Fühlt euch nicht zu sicher, es ist noch nicht vorbei!”
Schlagzeilen wie diese tragen nicht gerade zur Beruhigung bei, bewirken jedoch, dass wir uns Gedanken darüber machen, besser auf den nächsten Angriff vorbereitet zu sein. Als Gesellschaft ebenso, wie jeder einzelne von uns.

Desto gesünder wir sind, desto stärker unser Immunsystem ist, desto milder werden die Symptome einer Infektion verlaufen. Da sprechen wir nicht nur von Corona.
Warum also warten bis uns eine Immunisierung präsentiert wird? Nehmen wir das Heft in die Hand und legen los an unserer Widerstandskraft zu arbeiten.

“…und was, wenn die zweite Welle kommt? – Dann hole ich mein Surfboard raus!”

Spätestens an diesem Punkt könnte ich aufhören zu schreiben, denn ich bin mir sicher, du weißt, was zu tun ist. Oder etwa nicht?
Ausreichend Schlaf und Bewegung, eine gesunde Ernährung, Methoden zur Stressregulation und ein lebendiges Sozialleben.
So einfach ist das – und doch so schwer umzusetzen!

Vielleicht fällt es leichter, wenn wir in dem Zusammenhang die Wissenschaft bemühen und ein paar Beweise für die Sinnhaftigkeit einer gesunden Eigeninitiative hervorholen.

• Eine Studie aus dem Jahr 2002 (Karine Spiegel, PhD) zeigte, dass Schlafmangel nach einer Schutzimpfung zu einer verminderten Produktion an Antikörpern führte. Übersetzt heißt das: Ausreichend Schlaf führt zu einer erhöhten Widerstandskraft.

• Moderates Ausdauertraining (3x pro Woche 30 min) verbessert die Herzleistung um bis zu 60%, erhöht die Fähigkeit zur Sauerstoffaufnahme um bis zu 30% und senkt die Entzündungsfaktoren in unserm Körper.

• Eine Ernährung, reich an ungesättigten Fettsäuren und Ballaststoffen, aber arm an schnell verwertbarem Zucker, verhilft nicht nur zur Gewichtsabnahme, mit allen gesundheitlichen Vorteilen, sondern erfreut auch unser Biom! Noch reichlich Gemüse dazu und unsere Darmbakterien danken es uns mit einem gestärkten Immunsystem.
Verwende vermehrt Gewürze mit antientzündlicher Wirkung. Dazu zählen Ingwer, Kurkuma und schwarzer Pfeffer.

• Während gestresste Personen ein höheres Infektrisiko haben, zeigt jede Art von Entspannungsübungen den genau gegenteiligen Effekt. Regelmäßige Atemübungen, Yoga oder MBSR (Achtsamkeitstraining) erhöhen die Anzahl der T-Lymphozyten, der sogenannten Killerzellen in unserem Körper. Auch Menschen, die regelmäßig meditieren, haben einen weitaus höheren Spiegel an Abwehrzellen und sind resilienter gegenüber belastenden Umweltfaktoren.

• Wenn du meine letzten Artikel gelesen hast, weißt du was noch fehlt. Der “Bindungsklebstoff” Oxytocin! (Wohin mit den Depressionen?)
Der Botenstoff Oxytocin, auch gerne als Kuschelhormon bezeichnet, hält nicht nur unsere Beziehungen am Leben sondern im wahrsten Sinne des Wortes auch uns selbst. Oxytocin stärkt unser Immunsystem!

Tipp:

Jeder Neustart birgt die Chance etwas zu verändern. Nütze die (hoffentlich) letzten Tage im Homeoffice, um noch einmal über gesunde Routinen nachzudenken, die du in deinen Neustart mitnehmen kannst!

Geh regelmäßig in die Sonne! Erwiesenermaßen ist Vitamin D3 ein wertvoller Helfer unserer Immunabwehr!

Bitte beachte, dass dies kein medizinischer Ratschlag ist und eine ärztliche Diagnose und Behandlung  nicht ersetzen kann. Sprich bei gesundheitlichen Problemen bitte immer zuerst mit dem Arzt deines Vertrauens!!!

Antibiotika … und dann?

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Photo by Anastasiia Ostapovych

Die ganze Welt macht eine Pause und schuld daran ist ein im Mikroskop ausserirdisch anmutendes Virus. Was anscheinend ganz vom Radar genommen wurde, sind all die anderen Krankheiten, die sich zwar in der öffentlichen Aufmerksamkeit hinter Corona anstellen müssen, aber natürlich ebenso ihr Unwesen treiben.

Vielleicht hast du dich schon gefragt, warum man den Corona-Viren nicht mit Antibiotika an den Kragen geht? Das liegt daran, dass Antibiotika ihre Wirksamkeit nur gegenüber Bakterien entfalten. Es sei denn, diese sind bereits resistent und haben gelernt, sich gegen gängige Antibiotika zu schützen.

Wenn dich eine bakteriell ausgelöste Erkrankung erwischt, wirst du aller Voraussicht nach mit Antibiotika behandelt. Aus verschiedenen Gründen führt daran meist kein Weg vorbei. Diejenigen unter euch mit Kindern, hatten sicher schon einmal das “Vergnügen” mit Streptokokken! Auch diese Erkrankungen traten jetzt in der nasskalten Jahreszeit gehäuft auf, Corona hin oder her. Allerdings führen die eingeschränkten Kontaktmöglichkeiten sicher auch zu einer geringeren Verbreitung bakterieller Infektionen.

Im Gegensatz zu den Viren (außer denen, die bewußt in der Therapie eingesetzt werden) sind viele Bakterien in unserem Körper lebensnotwendig. So ist unser Darm, vor allem der Dickdarm von Billionen nützlicher Bakterien besiedelt (Biom), die unsere Verdauung am Laufen halten. Für unser Biom ist die Einnahme von Antibiotika sowas wie der Super-GAU.

“Nach der Einnahme von Antibiotika sind die Feinde tot, die Freunde auch!”

Wenn du oder deine Liebsten in letzter Zeit mit Antibiotika behandelt wurden, wird’s jetzt spannend!

Was tun bei und nach der Einnahme von Antibiotika?

Nach der Einnahme von Antibiotika sieht unser Darm aus, wie eine bakterienleere Wüste (ich übertreibe gerne!). Langsam werden sich sowohl gute als auch schlechte Bakterien wieder ansiedeln und vermehren, sowie im besten Fall ein Gleichgewicht bilden. Im besten Fall!
Warum aber warten und auf den “best case” hoffen?

Ich möchte dir hier einen kleinen Fahrplan an die Hand geben, wie die Darmgesundheit schnellstmöglich wieder hergestellt werden kann. Übrigens liebt dein Darm diesen Fahrplan auch wenn er nicht geschädigt wurde.

Unterstütze deinen Darm schon während der Einnahme der Medikamente mit sogenannten Probiotika. Das sind die guten Darmbakterien in Pulver- oder Kapselform.
Zwei Stunden vor und nach dem Antibiotikum geschluckt, können sie die Arbeit der angeschlagenen Verbündeten erleichtern. Gefüttert werden sie mit faserreicher Nahrung, Ballaststoffen, viel Gemüse und fermentierten Lebensmitteln, sogenannten Prebiotika.
Vermeide Zucker, wo es geht! Wenn unsere Darmflora geschwächt wurde, siedeln sich gerne Pilze und Hefebakterien in unserem Darm an. Diese lieben Zucker, also lasse sie verhungern! Achte auch auf versteckten Zucker in gesüßten Speisen und Getränken.
Ist die Darminnenwand angegriffen, sollte sie geschützt werden. Vermeide Stoffe und Lebensmittel, die zu Irritationen führen (Alkohol, Weizen, Fertiggerichte…) und unterstütze deinen inneren Schutzwall mit Glutamin und Kollagen (z.B. in bone broth, auch Suppe genannt!). Diese beiden Aminosäuren halten die Membranen deiner Darmwand zusammen, die oft durch Stress sowieso schon zu weit voneinander entfernt sind. Zelluläres Social-Distancing sozusagen!
Interessanterweise helfen wieder einmal Bewegung und ausreichend Schlaf der Darmregeneration auf die Sprünge.

Intervallfasten

Da ist es schon wieder, das Intervallfasten!
Genaueres kannst du gerne auf meinem früheren Blog-Beitrag lesen, soviel sei jedoch gesagt: Gib deinen Darmbakterien genügend Pausen zur Regeneration. Während der Arbeit vermehren sie sich nicht!

Bakterien vs. Viren

Aus gegebenem Anlass möchte ich ganz vereinfacht den Unterschied zwischen Viren und Bakterien erläutern. Bakterien sind Lebewesen, Viren nicht!

Viren haben nämlich keinen eigenen Stoffwechsel und können sich nicht selbstständig vermehren. Sie enthalten nur Information, die dann den Stoffwechsel des Wirtes beeinflussen. Deswegen sprechen wir wohl auch von Computerviren und nicht von Computerbakterien.
Bakterien hingegen sind Lebewesen und können ziemlich das Gleiche, wie menschliche Zellen. Manche sind uns sogar überlegen und betreiben Photosynthese zur Energiegewinnung.

Ich kann mir vorstellen, dass einige Bakterien den Hype um den Corona-Virus als lächerlich empfinden, so wie ein begabter Jazzmusiker die Darbietungen bei einer Samstagabend-Castingshow. Frei nach dem Motto – “Die können ja nix!”
Trotzdem spricht die ganze Welt momentan zurecht von der viral ausgelösten Corona Pandemie! #bleib gesund

Bitte beachte, dass dies kein medizinischer Ratschlag ist und eine ärztliche Diagnose und Behandlung  nicht ersetzen kann. Sprich bei gesundheitlichen Problemen bitte immer zuerst mit dem Arzt deines Vertrauens!!!

 

 

Auseinandersetzen

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Photo by Joshua Ness

… und plötzlich muss man sich mit seinem Gegenüber auseinandersetzen.

Das Ende des Jahres 2020 wird sehr herausfordernd für Hebammen und Familientherapeuten. Ich gehe davon aus, dass die um sich greifenden Ausgangssperren  zu einem Baby- aber auch Scheidungsboom führen werden. Paare in Quarantäne machen gerade eine spannende Zeit durch, viele Beziehungen werden auf eine harte Probe gestellt.
Teenager können das Haus nicht mehr verlassen und müssen sich mit ihren Eltern herumschlagen, die in letzter Zeit sowieso schon komisch und altmodisch geworden waren. Das gewohnte “… chill dein Leben” führt zu Reizung, der Entlastungs- und Zufluchtsort bei den Großeltern bleibt Sperrgebiet.

“Ich setze mich gerne mit meinem Mann auseinander. Aber dürfen es auch mehr als 1,5 Meter sein?” 

Es ist schon lange bekannt, dass viele Beziehungen den gemeinsamen Urlaub oder die Weihnachtszeit nicht überstehen, weil wir plötzlich bemerken, dass wir mit dem Gegenüber nichts (mehr) anfangen können. Liebevolle Marotten beginnen auf einmal extrem zu nerven, und gemeinsame Interessen gibt’s sowieso schon lange keine mehr.

Wenn das Gefühl der Fremdbestimmung aufkommt, wir also zu wenig bis keine Freiheit haben und unsere gewohnten Routinen gestört sind, werden Kommunikationsregeln außer Kraft gesetzt. Die Zündschnur wird kürzer, und Paare, die schon länger unterschwelligen Differenzen erfolgreich aus dem Weg gegangen sind, sitzen auf einem Pulverfass.
In diesem Zusammenhang finde ich es sehr beunruhigend, wie oft in den Medien auch über häusliche Gewalt gesprochen wird.

Umso wichtiger ist es in diesen Tagen, die gegenseitigen Erwartungen und Bedürfnisse abzuklopfen. Selbst wenn man glaubt, sich gut zu kennen. Wie viel Raum und Zeit braucht jeder für sich? Wie regelt man die Betreuungszeiten der Kinder? Wann wird wirklich ungestört gearbeitet und wer übernimmt das Regiment in der Küche?

Erwartungen

Jetzt macht es Sinn, auf ein Ritual zurückzugreifen, das nicht nur in Krisenmomenten genutzt werden sollte. Nehmt ein Blatt Papier und schreibt auf die eine Seite, was ihr von eurem Partner oder eurer Partnerin erwartet. Das habt ihr vielleicht schon öfter gemacht oder vor allem im Streit lautstark kundgetan.
Das Spannende ist jedoch, auf die Rückseite des Blattes zu schreiben, was ihr glaubt, dass euer Partner oder eure Partnerin von euch erwartet. Dann tauscht eure Blätter und legt diese Erwartungen übereinander. Ich bin mir sicher, dass ihr mit euren Annahmen und Bemühungen teilweise weit am Ziel vorbeiarbeitet.

Um dabei nicht in Konflikt zu geraten, empfiehlt es sich, auf die Regeln der “gewaltfreien Kommunikation” zurückzugreifen. Für unser Kommunikationstraining gefällt mir persönlich der Ausdruck der “wertschätzenden Kommunikation” besser, allerdings hat Marshall B. Rosenberg, der Erfinder dieses Prinzips, viel in Krisengebieten gearbeitet, wo “gewaltfrei” wahrscheinlich wirklich der passende Zugang ist.

Das Grundprinzip der wertschätzenden Kommunikation sind die “Ich-Botschaften”.
Wir neigen dazu in Diskussionen Anschuldigungen auszusprechen:
“Du bist immer…”, “Du sagst ganz oft…”, “Ich weiß, du denkst jetzt wieder…”

Kein Wunder, dass diese Ansagen gerne als persönlicher Angriff oder als verletzend empfunden werden.
Niemand kann uns jedoch unser Empfinden und unser Gefühl absprechen:
“Ich fühle mich unsicher, wenn du sagst, dass…”, “Es stört mich, dass…”

Das sind klare Erklärungen unseres Gefühlszustandes, an denen es auch nichts zu rütteln gibt. Und ganz wichtig: Diskussionen dürfen auch ohne Lösung oder Kompromiss enden. Es muss keine Seite gewinnen oder recht haben. Akzeptiert das Anders-sein eures Gegenübers!

Bevor dieser Beitrag jedoch zu schwermütig wird, noch etwas Positives.
Auch die Sehnsucht nach Nähe scheint in solchen Ausnahmesituationen wieder aufzuleben. So waren im Drogeriemarkt nicht nur die Regale mit Toilettenpapier so leer wie der Trophäenschrank bei Bayer Leverkusen, sondern auch die Ablage mit Kondomen ungewöhnlich leergeräumt. Die Bunten waren sogar ausverkauft! 😉

 Tipps:

Gönnt euch ein gutes Glas Wein, nehmt Stift und Papier und “spielt” Erwartungen abklären.

Versucht euch in wertschätzender Kommunikation und wendet Ich-Botschaften an!
Das gelingt nicht immer und braucht ein bisschen Training. Vielleicht nützt ihr die Zeit, zu einem zukünftig besseren Miteinander.
(Buchtipp: “Gewaltfreie Kommunikation”, Marshall B. Rosenberg, ISBN-13: 978-3955715724)

Neujahrsvorsätze

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“Ob du glaubst du schaffst es, oder ob du glaubst, du schaffst es nicht – du wirst auf alle Fälle recht haben!” – Henry Ford –

Wie läuft es so mit den Neujahrsvorsätzen? Hast du überhaupt Beschlüsse gefasst, einen Vertrag mit dir selbst abgeschlossen oder gar mit Freunden auf einen möglichen Erfolg gewettet?

Ende 2018 wollten zwei Drittel der Deutschen im kommenden Jahr aktiv etwas gegen Stress unternehmen. Das ging aus der jährlichen Umfrage einer großen deutschen Krankenkasse hervor. Damit war Stressabbau (64%) zum wiederholten Male der am häufigsten genannte Neujahrsvorsatz, eingeholt von mehr Zeit für die Familie (64%) und gefolgt von mehr Bewegung (56%) und gesünderer Ernährung (53%)

Das Vorhaben, sich weniger Zeit mit Handy und Computer (27%) zu beschäftigen war weiter stark im Kommen und hat den Abstand zum Plan weniger Alkohol (15%) zu trinken erneut vergrößert. Im Vergleich zu 2014 ist dieses Bedürfnis um fast 70% gestiegen, vor allem in der Altersgruppe unter 30.

Neu auf der Liste ist (danke Greta!) der Vorsatz zu mehr umwelt- und klimafreundlichem Verhalten (64%).

Was mich allerdings erstaunt hat, war die Halbwertszeit der Vorhaben für das Jahr 2019. Jedem zweiten Deutschen gelang es 4 Monate oder länger an den Vorsätzen dranzubleiben. Auch das zeigt einen deutlichen Anstieg gegenüber den vergangenen Jahren. 4 Monate – ehrlich? Also in meiner Gegend wohnen diese braven Umsetzer nicht! 😉
Ich bin schon gespannt, wie die Umfrageergebnisse von Ende 2020 aussehen werden?

Wie ergeht es dir nun also mit deinen Vorsätzen?
Ich muss ehrlich zugeben, dass auch ich regelmäßig an meinen selbst auferlegten Optimierungsvorhaben gescheitert bin. Aber es wird besser und besser!

Ähnlich einer SMARTen Zielsetzung, die viele von aus Business-Coachings kennen, ist die Definition der Vorhaben das Um- und Auf.
Wie soll das Ergebnis aussehen, wann möchte ich es erreicht haben, wie kann ich es messbar machen und was, wenn der Schweinehund doch wieder auftaucht?

Das Wichtigste, dein Vorsatz ist kein “Alles oder Nichts”!
Nehmen wir einmal das Vorhaben, weniger Zeit mit digitalen Medien zu verbringen. Vielleicht fällt es dir leichter nach folgender Regel zu handeln:
1 Tag pro Woche & 1 Woche pro Monat & 1 Monat pro Jahr.
Damit würdest du 166 Tage im Jahr mit verringerter Bildschirmzeit erreichen, ohne das Gefühl, eines großen Verzichts. Motiviere dich zusätzlich mit dem Bild des Erfolgs. Was wird sich verändert haben?

Tipps

“No one said it would be easy, but no one said it’d be this hard”! – Sheryl Crow –

  • Formuliere einfache, realistische Ziele
  • Definiere ein genaues Ergebnis, lieber in kleinen Schritten
  • Suche dir einen Sparringspartner und hab Spaß an deinem Vorhaben
  • Wann ist der Vorsatz erreicht und wie sieht die Feier aus? 😉

… und los geht’s!!!

 

Quelle DAK, “Gute Vorsätze 2020”

 

Intervallfasten – 16:8 ist kein Bildschirmformat!

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An meinen ersten Tagen im Superhero Retreat ist mir aufgefallen, dass fast keiner meiner Helden zum Frühstück erschien…

16:8 ist zwar kein Bildschirmformat, kann das körperliche Verhältnis von Höhe zu Breite jedoch durchwegs positiv in Richtung Schlankheit verändern! – von mir –

Was hat es mit diesem ominösen Intervallfasten nun wirklich auf sich?
Nehmen wir ab? Leben wir gesünder? Werden wir älter?

Nun – alles stimmt! Allerdings wurden die meisten Forschungsergebnisse im Tierversuch erbracht und sind damit nicht immer direkt auf den Menschen übertragbar. Erfahrungsberichte und Laborwerte bei Menschen sprechen jedoch eine eindeutige Sprache: Es dürfte auch bei uns Menschen bestens funktionieren!

Das 16:8 steht für einen Tag, an dem die Nahrungsaufnahme auf 8 Stunden begrenzt wird. Danach bekommt die Verdauung 16 Stunden Pause und der Körper dankt uns diese mit vielen gesundheitlichen Vorteilen. Wobei es keinen Unterschied macht ob wir das Frühstück oder das Abendessen ausfallen lassen. Man muss das auch nicht täglich machen!

Warum genau 16:8?

Nun, es gibt auch die 18:6 oder 20:4 Regel und selbst das 16:8 muss nicht exakt eingehalten werden. Aber bevor sich das hier liest wie die Fußballergebnisse bei der F-Jugend, gehe ich ein bisschen genauer auf das Timing ein.

5-6 Stunden dauert es bis die Nährstoffe aus der Blutbahn verbraucht sind. Dann leeren wir die Kurzzeitspeicher und der Körper muss an die eiserne Reserve, die Fettdepots. Ab diesem Zeitpunkt können sich die Darmbakterien regenerieren und außerdem beginnt der Körper nach ungefähr 12 Stunden mit Autophagie, der zelleigenen Müllabfuhr.

Autophagie

Autophagie bezeichnet den Prozess, mit dem Zellen eigene Bestandteile abbauen und verwerten. Das reicht von funktionsunfähigen Proteinen bis zum Abbau alter Zellbestandteile.
Die Autophagie dürfte in den evolutionären Mangelzeiten geholfen haben, Energie zu sparen.

Ähnlich wie bei (den meisten von) uns, findet bei den Darmbakterien während der Arbeitszeit keine Vermehrung statt. Wenn unsere Darmbakterien dann endlich keine Nahrung mehr aufspalten müssen, können sie sich ihrer Vermehrung widmen und das gibt unserer Verdauung zusätzlich Kraft.

Ein weiteres Enzym, das während des Fastens gebildet wird, nennt sich Telomerase. Dieses Enzym stellt die Endstücke der Chromosomen wieder her und verlängert somit die Lebensdauer unserer Zellen.
Laut momentanem Wissensstand ist die Telomerase nicht in allen Zellen aktiv, jedoch z.B. in unseren Immunzellen. Weiter gedacht, stärkt das Intervallfasten also auch unsere Körperabwehr.

Ich finde, all das klingt nicht schlecht, oder?

Tipps:

Lass’ das Frühstück oder Abendessen erstmal an einem Tag in der Woche ausfallen, so hast du nicht das Gefühl, von heute auf morgen alles ändern zu müssen. Auch wenn dir die 16 Stunden ohne Essen zu Beginn zu lange vorkommen, taste dich langsam heran.
Du wirst jedoch schnell merken, dass du auch mit längeren Essenspausen viel Energie hast und dich besser und besser fühlst.

Jetzt erwähne ich noch, dass Intervallfasten die entzündlichen Prozesse im Körper verringert und … lets go!

 

Screensaver Confirmation

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Seien wir uns mal ehrlich: Wie oft werfen wir einen kurzen, schnellen Blick auf unser Handy um zu sehen, ob eine lebensrettende Nachricht eingetroffen ist? Um zu sehen, wie spät es ist oder den nächsten Song unserer Playlist zu hören?

Laut einer Studie des US-Marktforschungsinstituts dscout entsperrt ein durchschnittlicher User sein Handy über 70 mal pro Tag.

Zumeist erscheint uns dann am Sperrbildschirm das Lieblingsbild unserer Kinder, des Hundes oder auch ein Urlaubs-Selfie mit unseren Liebsten.

Stell’ dir einmal vor, bei jeder Berührung des Bildschirms würde dir eine bestärkende Botschaft entgegenleuchten. Eine kurze Nachricht an dich selbst. Ein Satz, wie großartig und liebenswert du bist.
Klingt nicht schlecht, oder? Und beeinflusst ganz nebenbei dein Unterbewusstsein mit einer unglaublichen Kraft.

Früher wurde mir erzählt, die Musik im Supermarkt sei mit geheimen Botschaften versehen, die mich unbewusst dazu anregen sollen, ein bestimmtes Produkt zu kaufen. Als Kind konnte ich das immer gut als Ausrede für Süßigkeitenkäufe verwenden. “Keine Ahnung, wie die Smarties in die Einkaufstasche kommen. Das muss wohl wieder so eine versteckte Nachricht gewesen sein!”

Auch Filme wurden angeblich dazu missbraucht, politische Statements unters Volk zu bringen. Zumindest in Versuchen wurde immer eines der 24 Bilder pro Minute gegen einen Politslogan getauscht, um den Sehern anschließend Fragen zu politischen Themen zu stellen. Mit Erfolg!

Kurz, unser Unterbewusstsein sieht weitaus mehr, als unser Bewusstsein.
Warum also diese Möglichkeit der Manipulation nicht positiv nutzen?

Ich habe mir angewöhnt, den Home-Bildschirm meines Handys alle paar Wochen mit einem neuen ‘Satz an mich selbst’ zu versehen. Im Moment steht da in dicken Buchstaben: “ICH BIN WERTVOLL!”
Aber auch so Sätze wie “ICH BIN FREI!” oder “SEI NEUGIERIG”! gab’s auf meinem gesprungenen Display schon zu lesen. So einfach es auch ist, die unbewusste Wirkung dieses kleinen Lifehacks ist unglaublich.

Tipp:

Schreibe eine positive Bestärkung in angenehmer Schrift und Größe in einem Word-Dokument nieder. Speicher das ganze als PDF und schicke dir die Botschaft auf’s Handy. Wähle das PDF als Hintergrundbild und freue dich über 70 mal pro Tag über die wunderbare Botschaft an dich selbst.

P.S.: Apropos versteckte Nachrichten: Wer noch alte Schallplatten zuhause hat, sollte einmal “Stairway To Heaven” von Led Zeppelin oder “Another One Bites The Dust” von Queen rückwärts laufen lassen. Angeblich gibt es da die versteckten Worte “Oh, here’s to my sweet satan” oder “it’s fun to smoke marihuana” zu hören. Viel Spaß!

Lemon Water

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melissa-walker-horn-483814-unsplashPhoto by Melissa Walker Horn on Unsplash

Ist dir schon einmal aufgefallen, dass du nachts Gewicht verlierst?
Stell’ dich vor dem Schlafengehen auf die Waage und wiederhole das am Morgen bevor du etwas zu dir genommen oder von dir gegeben hast. Sprechen ist natürlich erlaubt!
Du wirst bis zu einem halben Kilogramm leichter sein als am Abend zuvor!
Das liegt daran, dass wir nachts viel Flüssigkeit über Schwitzen und Atmung verlieren.
Um die “Dürre der Nacht” zu beenden, ist das morgendliche Glas Wasser bei vielen von uns schon zur Routine geworden.

Nütze die besondere Kraft der Zitrone um noch besser in den Tag zu starten.
Zitronenwasser ist äusserst gesund. Es ist basisch (die sauer schmeckenden Fruchtsäuren werden im Körper schnell abgebaut, die basischen Mineralstoffe bleiben zurück), stärkt die Darmflora, fördert die Verdauung und wirkt sogar entzündungshemmend. In Reinigungsmitteln wird die antibakterielle Wirkung der Zitrone nicht umsonst zur natürlichen Desinfektion verwendet.
Ausserdem stärkt die Zitrone das Immunsystem und kämpft durch ihren Reichtum an Vitamin C erfolgreich gegen freie Radikale.

Tipp:

Trinke nach dem Aufstehen ein großes Glas Wasser mit dem Saft einer halben (Bio-) Zitrone. Falls du es süßer magst, kannst du gerne etwas Honig dazugeben. Auch ist es für den Magen oft angenehmer, am Morgen warmes Wasser zu trinken.
Aber Vorsicht: Das Zitronenwasser eignet sich nicht als Tee! Ab einer Temperatur von ungefähr 40 Grad verlieren Zitrone und Honig viele Inhaltsstoffe und daher auch ihre positive Wirkung.