Auseinandersetzen

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… und plötzlich muss man sich mit seinem Gegenüber auseinandersetzen.

Das Ende des Jahres 2020 wird sehr herausfordernd für Hebammen und Familientherapeuten. Ich gehe davon aus, dass die um sich greifenden Ausgangssperren  zu einem Baby- aber auch Scheidungsboom führen werden. Paare in Quarantäne machen gerade eine spannende Zeit durch, viele Beziehungen werden auf eine harte Probe gestellt.
Teenager können das Haus nicht mehr verlassen und müssen sich mit ihren Eltern herumschlagen, die in letzter Zeit sowieso schon komisch und altmodisch geworden waren. Das gewohnte “… chill dein Leben” führt zu Reizung, der Entlastungs- und Zufluchtsort bei den Großeltern bleibt Sperrgebiet.

“Ich setze mich gerne mit meinem Mann auseinander. Aber dürfen es auch mehr als 1,5 Meter sein?” 

Es ist schon lange bekannt, dass viele Beziehungen den gemeinsamen Urlaub oder die Weihnachtszeit nicht überstehen, weil wir plötzlich bemerken, dass wir mit dem Gegenüber nichts (mehr) anfangen können. Liebevolle Marotten beginnen auf einmal extrem zu nerven, und gemeinsame Interessen gibt’s sowieso schon lange keine mehr.

Wenn das Gefühl der Fremdbestimmung aufkommt, wir also zu wenig bis keine Freiheit haben und unsere gewohnten Routinen gestört sind, werden Kommunikationsregeln außer Kraft gesetzt. Die Zündschnur wird kürzer, und Paare, die schon länger unterschwelligen Differenzen erfolgreich aus dem Weg gegangen sind, sitzen auf einem Pulverfass.
In diesem Zusammenhang finde ich es sehr beunruhigend, wie oft in den Medien auch über häusliche Gewalt gesprochen wird.

Umso wichtiger ist es in diesen Tagen, die gegenseitigen Erwartungen und Bedürfnisse abzuklopfen. Selbst wenn man glaubt, sich gut zu kennen. Wie viel Raum und Zeit braucht jeder für sich? Wie regelt man die Betreuungszeiten der Kinder? Wann wird wirklich ungestört gearbeitet und wer übernimmt das Regiment in der Küche?

Erwartungen

Jetzt macht es Sinn, auf ein Ritual zurückzugreifen, das nicht nur in Krisenmomenten genutzt werden sollte. Nehmt ein Blatt Papier und schreibt auf die eine Seite, was ihr von eurem Partner oder eurer Partnerin erwartet. Das habt ihr vielleicht schon öfter gemacht oder vor allem im Streit lautstark kundgetan.
Das Spannende ist jedoch, auf die Rückseite des Blattes zu schreiben, was ihr glaubt, dass euer Partner oder eure Partnerin von euch erwartet. Dann tauscht eure Blätter und legt diese Erwartungen übereinander. Ich bin mir sicher, dass ihr mit euren Annahmen und Bemühungen teilweise weit am Ziel vorbeiarbeitet.

Um dabei nicht in Konflikt zu geraten, empfiehlt es sich, auf die Regeln der “gewaltfreien Kommunikation” zurückzugreifen. Für unser Kommunikationstraining gefällt mir persönlich der Ausdruck der “wertschätzenden Kommunikation” besser, allerdings hat Marshall B. Rosenberg, der Erfinder dieses Prinzips, viel in Krisengebieten gearbeitet, wo “gewaltfrei” wahrscheinlich wirklich der passende Zugang ist.

Das Grundprinzip der wertschätzenden Kommunikation sind die “Ich-Botschaften”.
Wir neigen dazu in Diskussionen Anschuldigungen auszusprechen:
“Du bist immer…”, “Du sagst ganz oft…”, “Ich weiß, du denkst jetzt wieder…”

Kein Wunder, dass diese Ansagen gerne als persönlicher Angriff oder als verletzend empfunden werden.
Niemand kann uns jedoch unser Empfinden und unser Gefühl absprechen:
“Ich fühle mich unsicher, wenn du sagst, dass…”, “Es stört mich, dass…”

Das sind klare Erklärungen unseres Gefühlszustandes, an denen es auch nichts zu rütteln gibt. Und ganz wichtig: Diskussionen dürfen auch ohne Lösung oder Kompromiss enden. Es muss keine Seite gewinnen oder recht haben. Akzeptiert das Anders-sein eures Gegenübers!

Bevor dieser Beitrag jedoch zu schwermütig wird, noch etwas Positives.
Auch die Sehnsucht nach Nähe scheint in solchen Ausnahmesituationen wieder aufzuleben. So waren im Drogeriemarkt nicht nur die Regale mit Toilettenpapier so leer wie der Trophäenschrank bei Bayer Leverkusen, sondern auch die Ablage mit Kondomen ungewöhnlich leergeräumt. Die Bunten waren sogar ausverkauft! 😉

 Tipps:

Gönnt euch ein gutes Glas Wein, nehmt Stift und Papier und “spielt” Erwartungen abklären.

Versucht euch in wertschätzender Kommunikation und wendet Ich-Botschaften an!
Das gelingt nicht immer und braucht ein bisschen Training. Vielleicht nützt ihr die Zeit, zu einem zukünftig besseren Miteinander.
(Buchtipp: “Gewaltfreie Kommunikation”, Marshall B. Rosenberg, ISBN-13: 978-3955715724)

Hilfe – die Welt steht still! Wohin mit den Depressionen?

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Photo by Fernando @cferdo

Die Welt braucht anscheinend eine Pause und nimmt sich ihre Auszeit, egal ob uns das gefällt oder nicht.

Aber es scheint sich etwas zu entwickeln dieser Tage. Menschen rücken näher zusammen und  überlegen, wo sie helfen können oder gebraucht werden. In unserem Hausflur hängt ein Zettel, auf dem die Mädchen aus der Studenten-WG im 4. Stock ihre Hilfe für Einkäufe und Erledigungen anbieten. Die Dame im zweiten Stock erzählt mir vom Balkon aus von ihrem Asthma, andere Türen bleiben, wie sonst auch, verschlossen.

In einer Stadt wie München fällt jetzt besonders auf, wie viele Menschen alleine wohnen. Singles, die ansonsten froh sind, nach der Arbeit ihre Ruhe zu genießen, aber bei (Rede)Bedarf noch Freunde zum Abendessen treffen könnten. Jedoch auch ältere Menschen, die gewohnt sind, wenigstens hin und wieder Besuch zu bekommen.

Ich lese überall von der Chance, im Stillstand zu reflektieren, sein Leben zu überdenken, einfach mal Pause zu machen.

Was aber ist mit denen, die jetzt wirklich ganz alleine sind? Die sich vielleicht Sorgen machen? Die den drohenden Einschnitt in unser aller Leben nicht als Chance, sondern mit großen Ängsten betrachten? Was ist mit denen, die sowieso mit dem Leben hadern und das Gefühl haben, nicht in diese Welt zu passen?

Wie schaffen es Menschen mit Depressionen, durch den Stillstand zu kommen, wenn die nötige Struktur verloren geht?

Laut offizieller Statistik kämpfen rund 8 Prozent der deutschen Frauen und Männer mit Depressionen, und die Dunkelziffer dürfte noch weitaus höher sein.
Wie können zweifelnde Menschen mit der aktuellen Unsicherheit umgehen?
Nur mit unserer Hilfe!

Wir sind hochsoziale Säugetiere und brauchen einander im Austausch, um Ängste richtig einschätzen und abschwächen zu können.
Unser evolutionäres Erbe sorgt dafür, dass wir beim Kontakt zu anderen Menschen ein Hormon namens Oxytocin ausschütten. Die Aufgabe von Oxytocin ist seit jeher, den lebensnotwendigen Klebstoff zwischen Mutter und Kind zu bilden, ohne den ein Menschenbaby nicht überlebensfähig wäre. Oxytocin stärkt unser Immunsystem – was es aber außerdem tut, und das erscheint mir in der momentane Situation besonders wichtig: Es beruhigt das Angstzentrum in unserem Gehirn, unsere Amygdala.
Übersetzt heißt das: Alle, die sich Sorgen machen, sind in der Gesellschaft anderer (positiver) Menschen gut aufgehoben.

Was also, wenn es dieses Umfeld für uns nicht gibt oder wir uns im Moment nicht mit anderen Menschen treffen dürfen und noch dazu an Depressionen leiden? Menschen in der Depression schaffen es meist nicht oder trauen sich nicht, den Kontakt zu anderen zu suchen. Die verzweifelten Gefühle werden mit jeder Gedankenrunde schwerer zu ertragen, und es ist niemand da, der den Kreisel stoppt. Die dunklen Wolken können sich schnell zu einem dichten Nebel ausweiten, der einem die Luft zum Atmen nimmt.

Weißt du, wie es um deine Freunde und Verwandten gerade steht? Wie sie sich gerade fühlen? Wie sie mit der Unsicherheit umgehen, die dieser Tage durch die Welt zieht? Depressive Menschen sind im Alarmmodus unterwegs, in dem ein differenziertes, relativierendes Denken nicht mehr möglich ist. Die Probleme werden zu unüberwindbaren Bergen.

“Reden hilft, zuhören auch!”

In diesen Phasen brauchen sie Unterstützung. Unterstützung von jemandem, der ihnen das Gefühl gibt, nicht alleine zu sein, um ihnen eine Perspektive aufzuzeigen, die sie selbst nicht mehr sehen können. Die Kraft, aktiv zu werden, ist nicht mehr da.

Diejenigen von Euch, die mich schon länger kennen und mit denen ich schon arbeiten durfte, wissen, dass mir der offene Umgang mit psychischen Problemen sehr am Herzen liegt. Als Betroffener möchte ich vor allem Menschen mit Depressionen zur Seite stehen, meine Erfahrungen teilen und mein Wissen als Coach (selbstverständlich kostenfrei!) zur Verfügung stellen.

Ich bin kein Arzt oder Therapeut, aber ich habe mich selbst erfolgreich durch schwere Zeiten gekämpft und ich kann zuhören. Denjenigen, die vielleicht gerade nicht alleine zurecht kommen oder niemanden haben, dem sie sich anvertrauen wollen. Reden hilft, und zuhören auch!

Angebot

Wenn Du eine Anlaufstelle für Deine Sorgen brauchst oder jemanden weißt, der/die Hilfe benötigt, melde Dich über die sozialen Plattformen oder direkt über oliver.haller@gmx.net bei mir. Damit möchte ich meinen kleinen Beitrag leisten, um die freigewordene Zeit zu einer positiveren zu machen.

Bleib gesund und pass’ gut auf die anderen auf!
Dein Oliver

Neujahrsvorsätze

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“Ob du glaubst du schaffst es, oder ob du glaubst, du schaffst es nicht – du wirst auf alle Fälle recht haben!” – Henry Ford –

Wie läuft es so mit den Neujahrsvorsätzen? Hast du überhaupt Beschlüsse gefasst, einen Vertrag mit dir selbst abgeschlossen oder gar mit Freunden auf einen möglichen Erfolg gewettet?

Ende 2018 wollten zwei Drittel der Deutschen im kommenden Jahr aktiv etwas gegen Stress unternehmen. Das ging aus der jährlichen Umfrage einer großen deutschen Krankenkasse hervor. Damit war Stressabbau (64%) zum wiederholten Male der am häufigsten genannte Neujahrsvorsatz, eingeholt von mehr Zeit für die Familie (64%) und gefolgt von mehr Bewegung (56%) und gesünderer Ernährung (53%)

Das Vorhaben, sich weniger Zeit mit Handy und Computer (27%) zu beschäftigen war weiter stark im Kommen und hat den Abstand zum Plan weniger Alkohol (15%) zu trinken erneut vergrößert. Im Vergleich zu 2014 ist dieses Bedürfnis um fast 70% gestiegen, vor allem in der Altersgruppe unter 30.

Neu auf der Liste ist (danke Greta!) der Vorsatz zu mehr umwelt- und klimafreundlichem Verhalten (64%).

Was mich allerdings erstaunt hat, war die Halbwertszeit der Vorhaben für das Jahr 2019. Jedem zweiten Deutschen gelang es 4 Monate oder länger an den Vorsätzen dranzubleiben. Auch das zeigt einen deutlichen Anstieg gegenüber den vergangenen Jahren. 4 Monate – ehrlich? Also in meiner Gegend wohnen diese braven Umsetzer nicht! 😉
Ich bin schon gespannt, wie die Umfrageergebnisse von Ende 2020 aussehen werden?

Wie ergeht es dir nun also mit deinen Vorsätzen?
Ich muss ehrlich zugeben, dass auch ich regelmäßig an meinen selbst auferlegten Optimierungsvorhaben gescheitert bin. Aber es wird besser und besser!

Ähnlich einer SMARTen Zielsetzung, die viele von aus Business-Coachings kennen, ist die Definition der Vorhaben das Um- und Auf.
Wie soll das Ergebnis aussehen, wann möchte ich es erreicht haben, wie kann ich es messbar machen und was, wenn der Schweinehund doch wieder auftaucht?

Das Wichtigste, dein Vorsatz ist kein “Alles oder Nichts”!
Nehmen wir einmal das Vorhaben, weniger Zeit mit digitalen Medien zu verbringen. Vielleicht fällt es dir leichter nach folgender Regel zu handeln:
1 Tag pro Woche & 1 Woche pro Monat & 1 Monat pro Jahr.
Damit würdest du 166 Tage im Jahr mit verringerter Bildschirmzeit erreichen, ohne das Gefühl, eines großen Verzichts. Motiviere dich zusätzlich mit dem Bild des Erfolgs. Was wird sich verändert haben?

Tipps

“No one said it would be easy, but no one said it’d be this hard”! – Sheryl Crow –

  • Formuliere einfache, realistische Ziele
  • Definiere ein genaues Ergebnis, lieber in kleinen Schritten
  • Suche dir einen Sparringspartner und hab Spaß an deinem Vorhaben
  • Wann ist der Vorsatz erreicht und wie sieht die Feier aus? 😉

… und los geht’s!!!

 

Quelle DAK, “Gute Vorsätze 2020”

 

Durchatmen!

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Der letzte Freitag vor Weihnachten und es gibt noch richtig was zu tun bevor wir endlich (hoffentlich) zufrieden durchatmen können.
Ich würde vorschlagen, das schon jetzt zu tun! Mehrmals täglich 😉

Hier im Superhero Retreat atmet man automatisch tief durch, nachdem man die 18 Stufen bis hinauf zur Terrasse bewältigt hat. Dem gegenüber steht nur der atemberaubende Anblick einer wunderschönen Landschaft!

Wie auch immer sich der freie Sauerstoff als Lebensspender auf unserem Planeten geschwindelt hat, das irdische Leben muss atmen, tief durchatmen!

“Every Breath you take, every move you make…” – Sting & The Police –

Wenn ich als Coach zum tiefen Durchatmen auffordere, geht es allerdings weniger darum, Sauerstoff in unsere Zellen zu pumpen, als durch bewusste Atmung unsere Entspannung und Gesundheit zu unterstützen.

Wie atmest du, wenn du erschrickt? Schnell und flach!
Wie atmest du, wenn dir eine Prüfungsfrage gestellt wird? Schnell und flach!
Und ich traue mich zu sagen, auch beim Abarbeiten der Weihnachtsliste wird nicht all zu tief in den Bauch geatmet.
Das ist ganz normal. Dadurch versuchen wir so schnell wie möglich Sauerstoff in den Körper zu pumpen. Aber es ist nicht entspannend!

Unser Atem ist von Tag zu Tag unterschiedlich, man sagt, kein Atemzug gleicht dem anderen, ähnlich wie es keine gleichförmigen Steine gibt.
20.000 Atemzüge in 24 Stunden! 10.000 Liter Luft saugen wir täglich in unsere Lungen und atmen sie wieder aus. Das Atmen läuft von selbst, wir brauchen nicht daran zu denken. Aber ebenso, wie unser vegetatives Nervensystem unbewusst unseren Atem steuert, können wir Einfluss auf unser vegetatives Nervensystem und somit auf unseren Stresslevel nehmen.

Der Atem gilt schon seit tausenden von Jahren als Manifestation der Lebensenergie und ist unsere einzige Möglichkeit, direkten Einfluß auf das vegetative Nervensystem zu nehmen. Vielleicht wird der Atem auch deshalb in verschiedenen Religionen als etwas Göttliches beschrieben. Die Yogis unter euch hören wahrscheinlich öfters so klingende Namen, wie Chi oder Prana.

Wissenschaftlich gesehen hat eine Atemfrequenz von 6 Atemzügen in der Minute die entspannendste Wirkung auf unser Nervensystem. Um genau zu sein, solltest du 4 Sekunden lang einatmen und 6 Sekunden lang ausatmen. Bei diesem Takt synchronisieren sich unser Atem und unsere Hirnwellen und es tritt bereits nach 2 Minuten  eine messbare Entspannung ein.

Das sollten wir uns zu Nutze machen!!!

Tipp:

Versuche den Stress aus dem Alltag zu nehmen und mache zwei geplante Pausen täglich – eine vormittags und eine am Nachmittag.
Atme für mindestens 2 Minuten bewusst im 4 zu 6 Sekunden – Rhythmus ein und aus!

… und verbinde diese Übung mit einem Becher Glühwein am Christkindlmarkt!

Dopamin – best drug ever!

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Du nimmst Dir etwas vor, etwas ziemlich Anstrengendes, Forderndes… und es gelingt! Du stehst vor dem Ergebnis deiner Arbeit und fühlst dich so richtig gut.
Irgendwie, wie auf Drogen!
Allerdings könnte dir kein Undercover-Polizist etwas Unerlaubtes nachweisen und auf die Frage, ob du etwas eingenommen hast, könntest du mit bestem Gewissen antworten: “Belohnungshormone, selbstgemacht!”

Um genauer zu sein, ein Endorphin namens Dopamin. Richtig guter Stoff, kostenlos, aber man muss sich dafür anstrengen… oder Schokolade essen! (mehr dazu in einem meiner nächsten Posts.)

Dopamin – Das Durchhaltehormon

Evolutionär gesehen wäre es fatal gewesen, nach dem ersten Scheitern das Handtuch zu werfen. Hätte eine Niederlage oder Verletzung bei der Jagd zur Aufgabe der Anstrengungen geführt, hätten unsere Vorfahren keine nachhaltige Jagdstrategie entwickelt, wir hätten nie das Feuer entdeckt und wären sicher nicht auf dem Mond gelandet. Wahrscheinlich wären wir in einem sehr frühen Entwicklungsstadium stecken geblieben und heute gar nicht hier.
Die Natur musste also vorbauen und hatte einen genialen Einfall.

Was, wenn ich den Menschen einen Botenstoff gebe, der sie hungrig nach Erlebnissen macht? Was, wenn sie umso mehr davon bekommen, je ungewisser der Ausgang einer Situation ist?
Dieser Botenstoff heißt Dopamin und löst über eine kleine Hirnstruktur namens ‘Nucleus Accumbens’ das Verlangen nach Glück aus.
Dopamin steht für die Vorfreude und kann über mehrere Zwischenstufen in Morphium umgewandelt werden. Aus Vorfreude entsteht dann Freude, die Blutgefäße weiten sich, der Blutdruck sinkt, die Atmung wird ruhiger und wir fühlen uns gut bis unbesiegbar.

“Ich hatte vom Feeling her ein gutes Gefühl!” – Andreas Möller – 

Um diesen Zustand zu erreichen müssen wir allerdings 3 Dinge beachten:
Wir brauchen ein klares Ziel, eine Herausforderung und zeitnahes Feedback, wozu unsere Anstrengung geführt hat.
Viele Menschen empfinden ihre Arbeit nicht als herausfordernd genug, sind sogar gelangweilt von ihrem Job. Frustration und Lustlosigkeit stellen sich ein, das Gegenteil von Motivation.
Umgekehrt gibt es scheinbar langweilige Tätigkeiten, die irgendwie Spaß und zufrieden machen.
Rasenmähen zum Beispiel folgt genau dem beschriebenen Prinzip: Ziel, Herausforderung und direktes Feedback zur geleisteten Arbeit. Vorne lang, hinten kurz – das war ich!

“Bei Umfragen zur Arbeitszufriedenheit schneiden Friseure sehr gut ab” – von mir –

Handwerkliche oder produzierende Berufe haben haben einen riesigen Vorteil; Das Arbeitsergebnis ist sichtbar!
Wenn du im Büro an deinem Rechner sitzt und ein Tag dem anderen gleicht, dein Kalender ständig überbucht wird und sich die To-Do-Listen verlängern anstatt zu verkürzen, ist es kein Wunder, wenn du deine Arbeit als unbefriedigend empfindest.
Wir müssen uns ein System zurecht legen, das uns unseren Arbeitsfortschritt wortwörtlich vor Augen führt. Wir müssen sehen, was wir geleistet haben!
Daran zu denken ist nicht schlecht, reicht aber meistens nicht.
Listen abhacken, Post-Its zerknüllen… du wirst spüren, was für einen Unterschied das macht!

“Du musst sehen wofür Du Dich angestrengt hast!”

Tipps

Mach’ es dir nicht zu einfach – unsere Arbeit muss uns fordern und anstrengend sein!

Starte deinen Tag mit einer kleinen, bewältigbaren Aufgabe, einem ‘Quick Win’!

Zerlege deine Arbeit in kleinere Abschnitte, lerne, dir selbst Feedback zu geben und finde ein System um dieses auch sichtbar zu machen. Dabei geht es nicht um eine Bewertung – gut oder schlecht – sondern um das Schaffen eines Bewusstseins für das Geleistete. Ich wette, es ist mehr als du denkst!

Finde Freizeitbeschäftigungen, die dem Rasenmäherprinzip folgen: Gartenarbeit, Handwerken, …

 

[Work-] Life Balance!

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Ich habe es mir zur Routine gemacht, am Beginn meiner Workshops nach den Erwartungen der Teilnehmer zu fragen. Viele Bedürfnisse haben sich über die Jahre verändert und das Bewusstsein zur Eigenverantwortung ist definitiv größer geworden.
Meine Coachees wollen nicht mehr nur vom Arzt geheilt werden, sie fragen nach Methoden für ihre eigene Werkzeugkiste.

Ein Thema hält sich jedoch hartnäckig über all die Jahre: Der Wunsch nach einer besseren “Work-Life-Balance”!

“Wähle einen Beruf den Du liebst und Du brauchst keinen Tag in Deinem Leben mehr zu arbeiten!” – Konfuzius –

Unsere Vorfahren oder auch heute noch lebende indigene Naturvölker könnten mit dem Begriff wahrscheinlich gar nichts anfangen.
Wir arbeiten seit wir existieren und wir arbeiten im Großen und Ganzen auch gerne.
Allerdings hat sich die Bedeutung von Arbeit extrem verändert und das so notwendige Tun wird oft als schwere Last empfunden.
Die gute Nachricht: Die negativen Begleiterscheinungen lassen sich orten und beseitigen.

Der Start zu mehr Balance ist meiner Meinung nach, den Begriff “Work-Life-Balance” zu vergessen und von nun an einzig und allein über unsere “Life-Balance” zu sprechen!
Warum sollten wir Leben und Arbeit trennen?
Unser Leben ist geprägt von Arbeit und die Arbeit hält uns am Leben! Sie macht einen großen Teil unseres Lebens aus und bringt im besten Fall auch richtig Spaß. Sie gibt uns Energie, Motivation und meistens auch die finanziellen Mittel um unser Leben so zu gestalten, wie wir das möchten.
Warum also immer noch die Trennung der beiden?

Lernen von den 100-Jährigen!

Auf den Inseln des Okinawa-Archipels, einem Gebiet, dass die Ärzte weltweit fasziniert, leben erstaunlich viele Menschen, die 100 Jahre und älter sind. Mehr noch: Sie sind gesund und glücklich!

“Ikegai – wichtig ist das Ziel im Leben!” – aus dem Japanischen –

Neben den Vorteilen von viel Sonnenlicht und einer sehr gesunden, maritimen Kost, haben all diese Menschen eine Aufgabe in ihrer Gesellschaft. Eine Aufgabe, die sie jeden Morgen, oft früher als gewollt, aufstehen lässt und ihnen Sinn und Wertschätzung bringt.
Arbeit ist für diese Menschen ein Ort an dem sie sich selbst verwirklichen und weiterentwickeln können.

Tipp:

Macht euch unbedingt einmal bewusst, wie viel Wert eure Arbeit in euer Leben bringt, um “Work” und “Life” nicht als Kontrahenten sondern als Team zu verstehen!

Und stellt euch einmal die Frage: Was an meiner Arbeit macht mir so richtig Spaß?
Ihr werdet merken, dass ganz viel von dem, was ihr euch wünscht, schon da ist.

 

Wir lachen nicht mit Feinden!

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Ich bin ja ehrlich gesagt kein großer Fan von Fasching und Verkleidungen.
Das liegt vielleicht daran, dass ich zu meiner aktiven Zeit als Schauspieler einmal 60 Vorstellungen von Pippi Langstrumpf innerhalb von nur 6 Wochen gespielt habe, inklusive 3 Kostümwechsel pro Aufführung!
Aber es hat großen Spaß gemacht und das Lachen der Kinder war jedes Mal auf’s Neue ansteckend, wie die Windpocken.

Darüber möchte ich heute schreiben:
Lachen ist ansteckend und gesund, das ist wissenschaftlich erwiesen!

“Gelotologie” (von griech. γέλως gélōs „Lachen) ist die Wissenschaft der Auswirkungen des Lachens. Sie beschäftigt sich mit den körperlichen und psychischen Aspekten des Lachens. – Wikipedia –

Was passiert in unserem Körper wenn wir lachen?
Wenn wir etwas lustig finden und zu lachen beginnen, werden in unserem Körper viele gesunde Vorgänge in Bewegung gesetzt und der Stresslevel sinkt.
Stress ist nichts anderes als der Alarmzustand des Körpers und Lachen vermittelt unserem Bewusstsein: Keine Gefahr in Verzug!

Unser parasympathisches Nervensystem wird aktiviert und eine Reihe von Botenstoffen folgen. Der Spiegel unseres Glückshormons Serotonin geht nach oben, der des Stresshormons Cortisol nach unten.
Da Serotonin zur Gruppe der Endorphine gehört, wirkt Lachen sogar schmerzlindernd.
Der Blutdruck fällt, die Atemfrequenz, und damit die Versorgung mit Sauerstoff, steigt und das Immunsystem wird aktiviert. Die Körperpolizei rückt mit der vollen Mannschaft aus (Gamma-Interferon, T-Lymphozyten, Antikörper…) und es wird sogar HGH, ein Wachstumshormon gebildet.

Die kurze Aktivitätssteigerung regt den Stoffwechsel also ordentlich an, und das Lachen verstärkt das positive Denken!
Klingt nicht schlecht, oder?

“Wir lachen nicht mit Feinden!”

Jetzt lasst uns mal zum Flirten kommen!
Was machen wir, wenn wir jemandem zum ersten Mal begegnen und großen Gefallen an dem finden, was wir da sehen?
Richtig, wir lächeln!
Manche machen das in einer nahezu hysterischen Art und Weise, aber immer noch besser als grimmig in den Raum zu blicken.

Wir lächeln uns an, die Damen legen dazu noch gerne den Kopf zur Seite, um ihre Schutzlosigkeit zu signalisieren und der Mann versucht die Frau zum Lachen zu bringen.

Wenn man die Singleportale so durchgeht, wird gerne Humor als wichtigste Eigenschaft beim Partner genannt. Gutaussehend und wohlhabend ist angeblich gar nicht so wichtig, es gibt also Hoffnung!

Da nur eine Minute Lachen so erfrischend sein soll, wie ein 45 minütiges Entspannungstraining, füge ich hier ein kurzes Video ein.
Baby Laughing https://www.youtube.com/watch?time_continue=37&v=RP4abiHdQpc

Noch ein paar Facts zum Weiterschmunzeln:

-Wenn wir unverhofft loslachen, erreicht die ausgestoßene Luft eine Geschwindigkeit von bis zu 100 km/h. Nur beim Niesen  geht’s schneller.
-Wenn wir uns vor Lachen krümmen, können an die 100 Muskeln angespannt werden, alleine 18 im Gesicht.
-Im deutschsprachigen Raum gibt es an die 2000 Lachtherapeuten.
-Für alle Schwindler: Ein “echtes”Lächeln beginnt immer symmetrisch, beide Mundwinkel ziehen sich gleichzeitig nach oben.

Tipps:

Lächel soviel du kannst – auch wenn dir gar nicht danach ist!
Durch die Stellung der Gesichtsmuskulatur beim Lachen gibt der Nervus Trigeminus dem Körper das Kommando zur Entspannung. Die Botschaft an den Körper lautet ganz einfach: “Kein Feind in Sicht, Kampfbereitschaft einstellen!”

Für Führungskräfte und Eltern:
Seid euch eurer Vorbildwirkung bewusst! Ein gestresstes Alpha-Tier vermittelt seiner Herde ständige Gefahr und Alarmbereitschaft. Humor und ein ehrliches Lachen gibt Sicherheit und “strahlt” Souveränität aus!

Von Natur aus neugierig!

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“Muss das denn sein?” – dachte ich mir, als mein damals 4-jähriger Sohn wieder einmal eine (natürlich kompostierbare, mit Fairtrade-Biokaffee gefüllte) Kaffeekapsel zerlegte und das Kaffeepulver in der ganzen Küche verteilte, nachdem das Experiment mit der Wunderkerze in der Mikrowelle so gut geklappt hatte.

Neugier ist der Antrieb der Evolution!  vs.  “Curiosity Killed the Cat” 

Wenn ich Neugier als Voraussetzung für Anpassungsfähigkeit umschreibe, scheint bereits ein anderes Licht auf meine Eingangsfrage, ob Neugier wirklich sein muss. Und ja, Neugier muss sein, denn ohne sie wären wir heute alle nicht hier!

Vor ungefähr 70 bis 100 Millionen Jahren, als die ersten Säugetiere versuchten den Dinosauriern zu entkommen, war die Neugier zwar oft tödlich, aber die einzige Möglichkeit rauszufinden, wie Überleben funktioniert. Unsere Vorfahren begannen aus ihren selbst gemachten Erfahrungen zu lernen oder das Verhalten ihrer Artgenossen zu beobachten. Aufgrund der relativ großen Zahl Anzahl an Nachkommen, war der neugierige Verlust von ein paar Kollegen durchwegs zu verkraften. Man konnte also immer wieder ein Familienmitglied opfern und aus seinem Fehlverhalten lernen, ohne den Fortbestand der Herde zu riskieren. Neugier kann getrost als Grundverlangen von uns Säugetieren verstanden werden.

Zum Glück ist das menschliche Gehirn (bei den meisten von uns) heute soweit entwickelt, dass wir keine Nachkommen mehr opfern müssen. Allerdings ist es immer noch ratsam aus dem Fehlverhalten anderer zu lernen.

Und waren es nicht die Fressfeinde, so mussten wir uns im weiteren Verlauf der Evolution an eine sich ständig verändernde Umwelt anpassen. Neugier ist die Basis der Entwicklung und die Grundvoraussetzung jeglicher großer Innovation auf diesem Planeten. (Ob’s auf anderen Planeten auch so ist, wird wahrscheinlich keiner von uns je erfahren, außer Elon Musk!)

Ohne Mut und Selbstvertrauen ist Neugier fast unmöglich. Und genau da müssen wir ansetzen, bei unseren Kindern, in den Schulen, in Unternehmen und bei der Mitarbeiterführung.

Neugier ist ansteckend!

Der größte Feind der Neugier sind nämlich nicht (nur) die schlechten Erfahrungen an sich sondern die Angst, solche zu machen. Wie oft hat unser Verhalten wirklich zu lebensbedrohlichen Situationen geführt? Wie oft haben wir uns zu weit aus dem Fenster gelehnt? Während wir versuchen unseren Kindern die Sicherheit zu geben, dass ihnen nichts passieren kann, empfinden wir selbst die Gefahr als größer denn je zuvor. Auch wenn wir rational wissen, dass die Gefahren nicht real sind, lassen uns Horrorszenarien aus den Medien und Zukunftsangst schlecht schlafen.
Schlimmer noch: Wir verlieren unsere Neugier!
Und nochmal schlimmer: Wir werden zu ängstlichen Vorbildern für unsere Umwelt.

Tipps:

Erinnere dich daran, dass wir das Verhalten unserer Kollegen beobachten und beurteilen. Umgib dich mit einer positiven, angstfreien Herde!

“Wir sind der Durchschnitt der 5 Menschen, mit denen wir die meiste Zeit verbringen!” -Tony Robbins –

Muss die letzte Nachricht des Tages ein Bild des Schreckens aus der Tagesschau sein?
Lies’ stattdessen ein Kapitel aus der Biografie eines erfolgreichen Menschen.
Gehe mit positiven, motivierenden Gedanken ins Bett!

Egal wo du deine Neugier auslebst, im Beruf, bei deinen Hobbys, auf Reisen oder einfach beim Spielen. Neugier muss zur Routine werden!