Die Kraft der Kälte!

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Photo by Alice Triquet on Unsplash

Geht man morgens den kleinen wurzeligen Pfad vom Superhero Retreat abwärts und noch ein Stückchen durch den Wald in Richtung Osten, kommt man zu einem zauberhaften, kristallklaren See, auf den die ersten Sonnenstrahlen des Tages fallen. Während die Sonne das Ufer langsam erwärmt, hat der See konstant zwischen 12 und 14 Grad. Die perfekte Temperatur für ein morgendliches “Eisbad”.

Die heilsame Wirkung der Kälte ist nicht neu, denn schon Sebastian Kneipp schaffte es Mitte des 19 Jahrhunderts seine chronische Lungenkrankheit mit wöchentlichem Baden in der eisigen Donau zu heilen. Damals noch ohne die Möglichkeit eines wissenschaftlichen Beweises. Bis heute findet man auf Naturpfaden oder in Wellnesshotels die Aufforderung durchs kalte Wasser zu waten und auch die Wissenschaft hat die Wirkung der Kälte auf den menschlichen Körper längst erforscht.

Schon meine Eltern erzählten mir vom Verein “Verkühle-Dich-Täglich”, wo sich Menschen im Winter trafen, um durch ein Loch im Eis in einen zugeforenen See zu steigen. Inzwischen gibt es Cryosaunen mit flüssigem Stickstoff, therapeutische Kältekammern und der positiv verrückte holländische “Iceman” Wim Hof hat 1,2 Mio Follower auf Instagram. Einer davon bin ich 😉

“The cold is a noble force” -Wim Hof-

Die gesundheitlichen Vorteile der gezielt eingesetzten Kälte sind vielfältig. Neben einer Reduktion der Stresshormone, einer Steigerung des Antriebs bei Depressionen und einer Stärkung des Immunsystems, wird von einer starken Verbesserung der Symptome bei Autoimmunerkrankungen und Rheuma berichtet. Wie schon Kneipp feststellte, wird auch das kardiovaskuläre System und die Lungenfunktion trainiert. Sportler profitieren von einer verbesserten Durchblutung der Muskulatur und einer beschleunigten Regeneration. Ich glaube, da ist für jeden von uns etwas dabei.

Wie wirkt Kälte gegen Stress?

Der Kältereiz in Gesicht und Nacken aktiviert das parasympathische Nervensystem. Wenn der N. Trigeminus die Kälte in unserem Gesicht wahrnimmt, stimuliert das auch den Parasympathikus und körperliche Entspannung tritt ein. Herzschlag und Atemfrequenz werden gesenkt. Deswegen ist es auch wichtig in kühlen Räumen zu schlafen und so dem Körper die Chance zu geben, nachts die Kerntemperatur etwas abzusenken.
Wenn du vor dem Schlafengehen gerne kalt duscht, um den Stress aus dem Köper zu kriegen, solltest du die Dusche allerdings mit warmem Wasser beenden. Ansonsten verengen sich die Blutgefäße an Armen und Beinen und können nicht genügend Wärme abgeben, um erholsam einzuschlafen. Am Abend wäre ein kaltes Gesichtsbad zu bevorzugen.

Warum stärkt Kälte mein Immunsystem?

Meine Mama ermahnte mich doch immer, mich warm anzuziehen, um mich nicht zu erkälten?
Beim Eisbaden geht es auch nicht um ein kontinuierliches Auskühlen des Körpers sondern um einen Reiz. In wenigen Minuten wird der Körper so stark gekühlt, dass hormonelle und immunologische Vorgänge in Gang gesetzt werden.
Ähnlich einem intensiven Trainingsreiz, aktiviert der kurze Stress unser Abwehrsystem. Der sogenannte hormetische (anregende) Stress ist wie ein Kampftraining, um im Gefahrenmoment bestmöglich vorbereitet zu sein.
Vor allem die unspezifische Immunabwehr mit unseren immer wachsamen Killerzellen wird so auf Trab gehalten.

Kälte und Depression

Rein physiologisch hilft das Eisbaden bei Depressionen durch den Anstieg des Neurotransmitters Noradrenalin.
Wer auf Antidepressiva in Medikamentenform angewiesen ist, weiß, es gibt so einige chemische Stellschrauben, an denen gedreht werden kann. Eine davon ist das Noradrenalin. Im zentralen Nervensystem steigert Noradrenalin den Antrieb und die Motivation und spielt so, ähnlich wie Serotonin und Dopamin, eine wichtige Rolle für’s Wohlbefinden.
Der Kältereiz beim Eisbaden oder in der kalten Dusche steigert die Ausschüttung von Noradrenalin und kann als Ergänzung zu einer professionellen Therapie versucht werden.

Ein weiterer Effekt der Kälte ist die absolute Konzentration auf den Körper und seine Sinne. Steig ins kalte Wasser und versuche zeitgleich eine einfache Rechenaufgabe zu lösen. Es wird dir nicht gelingen!
Diese Erkenntnis kommt auch Panikpatienten zu gute. In dem Moment, in dem sich das Gedankenrad immer schneller um die Angst dreht, ist es fast unmöglich diese abzuwenden. Der “Schock” der Kälte kann zu einer Unterbrechung der beunruhigenden Gedanken führen und einen Neustart erzwingen. Auch hier ersetzt die kalte Dusche natürlich keine professionelle Therapie!

Chronische Erkrankungen und Schmerzpatienten

Dass Kälteanwendungen chronische Erkrankungen, wie Rheuma, und Schmerzen lindern, ist bekannt. Das Warum ist sehr komplex, jedoch gehen die Entzündungswerte nachweislich nach unten.
Die Schmerzlinderung könnte damit zusammenhängen, dass Schmerz und Kälte die gleichen Nervenbahnen in Richtung Gehirn benutzen und dort von den gleichen Arealen verarbeitet werden. Dr. Josephine Worseck (“Die Heilkraft der Kälte”) nennt das eine Leitungs- und Wahrnehmungskonkurrenz. Da der Kältereiz den Schmerzreiz überlagert, werden weniger Schmerzen wahrgenommen.

Tipps

Achtung: Dein Körper muss sich langsam an die Kälte gewöhnen!

Starte nicht zu schnell, zu kalt und zu lange!
Taste dich an die Kälte heran und dusche die nächsten Tage immer ein bisschen kälter. Von warm zu lauwarm zu kalt… bis du es schaffst, eine Minute kalt zu duschen. Denke dabei auch an das Gesicht.
Das erste Kältebad sollte im Schutze der Badewanne stattfinden. Durch das Sitzen oder Liegen im kalten Wasser, ist die Wärmeabgabe des Körpers natürlich um einiges höher als beim Duschen. Mache deine ersten Erfahrungen in Begleitung, denn du weisst nie, wie dein Körper reagiert.
Entspanne dich und versuche ruhig zu atmen!

Achtung: Vermeide Eisbäder bei Herz-Kreislauf-Problemen, starkem Bluthochdruck oder akuten Infekten und besprich dein Vorhaben auf alle Fälle mit einem Arzt!

Mein starkes Immunsystem!

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Täglich kehrt wieder mehr Leben in die Städte zurück und es darf auch wieder gemeinsam gelacht werden. Wenn auch noch verdeckt durch die unterschiedlichsten Arten von Masken.

Aber auch eine gewisse Unsicherheit kehrt zurück, wird doch ständig von der Gefahr der zweiten Infektionswelle gesprochen.
“Fühlt euch nicht zu sicher, es ist noch nicht vorbei!”
Schlagzeilen wie diese tragen nicht gerade zur Beruhigung bei, bewirken jedoch, dass wir uns Gedanken darüber machen, besser auf den nächsten Angriff vorbereitet zu sein. Als Gesellschaft ebenso, wie jeder einzelne von uns.

Desto gesünder wir sind, desto stärker unser Immunsystem ist, desto milder werden die Symptome einer Infektion verlaufen. Da sprechen wir nicht nur von Corona.
Warum also warten bis uns eine Immunisierung präsentiert wird? Nehmen wir das Heft in die Hand und legen los an unserer Widerstandskraft zu arbeiten.

“…und was, wenn die zweite Welle kommt? – Dann hole ich mein Surfboard raus!”

Spätestens an diesem Punkt könnte ich aufhören zu schreiben, denn ich bin mir sicher, du weißt, was zu tun ist. Oder etwa nicht?
Ausreichend Schlaf und Bewegung, eine gesunde Ernährung, Methoden zur Stressregulation und ein lebendiges Sozialleben.
So einfach ist das – und doch so schwer umzusetzen!

Vielleicht fällt es leichter, wenn wir in dem Zusammenhang die Wissenschaft bemühen und ein paar Beweise für die Sinnhaftigkeit einer gesunden Eigeninitiative hervorholen.

• Eine Studie aus dem Jahr 2002 (Karine Spiegel, PhD) zeigte, dass Schlafmangel nach einer Schutzimpfung zu einer verminderten Produktion an Antikörpern führte. Übersetzt heißt das: Ausreichend Schlaf führt zu einer erhöhten Widerstandskraft.

• Moderates Ausdauertraining (3x pro Woche 30 min) verbessert die Herzleistung um bis zu 60%, erhöht die Fähigkeit zur Sauerstoffaufnahme um bis zu 30% und senkt die Entzündungsfaktoren in unserm Körper.

• Eine Ernährung, reich an ungesättigten Fettsäuren und Ballaststoffen, aber arm an schnell verwertbarem Zucker, verhilft nicht nur zur Gewichtsabnahme, mit allen gesundheitlichen Vorteilen, sondern erfreut auch unser Biom! Noch reichlich Gemüse dazu und unsere Darmbakterien danken es uns mit einem gestärkten Immunsystem.
Verwende vermehrt Gewürze mit antientzündlicher Wirkung. Dazu zählen Ingwer, Kurkuma und schwarzer Pfeffer.

• Während gestresste Personen ein höheres Infektrisiko haben, zeigt jede Art von Entspannungsübungen den genau gegenteiligen Effekt. Regelmäßige Atemübungen, Yoga oder MBSR (Achtsamkeitstraining) erhöhen die Anzahl der T-Lymphozyten, der sogenannten Killerzellen in unserem Körper. Auch Menschen, die regelmäßig meditieren, haben einen weitaus höheren Spiegel an Abwehrzellen und sind resilienter gegenüber belastenden Umweltfaktoren.

• Wenn du meine letzten Artikel gelesen hast, weißt du was noch fehlt. Der “Bindungsklebstoff” Oxytocin! (Wohin mit den Depressionen?)
Der Botenstoff Oxytocin, auch gerne als Kuschelhormon bezeichnet, hält nicht nur unsere Beziehungen am Leben sondern im wahrsten Sinne des Wortes auch uns selbst. Oxytocin stärkt unser Immunsystem!

Tipp:

Jeder Neustart birgt die Chance etwas zu verändern. Nütze die (hoffentlich) letzten Tage im Homeoffice, um noch einmal über gesunde Routinen nachzudenken, die du in deinen Neustart mitnehmen kannst!

Geh regelmäßig in die Sonne! Erwiesenermaßen ist Vitamin D3 ein wertvoller Helfer unserer Immunabwehr!

Bitte beachte, dass dies kein medizinischer Ratschlag ist und eine ärztliche Diagnose und Behandlung  nicht ersetzen kann. Sprich bei gesundheitlichen Problemen bitte immer zuerst mit dem Arzt deines Vertrauens!!!

Durchatmen!

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Der letzte Freitag vor Weihnachten und es gibt noch richtig was zu tun bevor wir endlich (hoffentlich) zufrieden durchatmen können.
Ich würde vorschlagen, das schon jetzt zu tun! Mehrmals täglich 😉

Hier im Superhero Retreat atmet man automatisch tief durch, nachdem man die 18 Stufen bis hinauf zur Terrasse bewältigt hat. Dem gegenüber steht nur der atemberaubende Anblick einer wunderschönen Landschaft!

Wie auch immer sich der freie Sauerstoff als Lebensspender auf unserem Planeten geschwindelt hat, das irdische Leben muss atmen, tief durchatmen!

“Every Breath you take, every move you make…” – Sting & The Police –

Wenn ich als Coach zum tiefen Durchatmen auffordere, geht es allerdings weniger darum, Sauerstoff in unsere Zellen zu pumpen, als durch bewusste Atmung unsere Entspannung und Gesundheit zu unterstützen.

Wie atmest du, wenn du erschrickt? Schnell und flach!
Wie atmest du, wenn dir eine Prüfungsfrage gestellt wird? Schnell und flach!
Und ich traue mich zu sagen, auch beim Abarbeiten der Weihnachtsliste wird nicht all zu tief in den Bauch geatmet.
Das ist ganz normal. Dadurch versuchen wir so schnell wie möglich Sauerstoff in den Körper zu pumpen. Aber es ist nicht entspannend!

Unser Atem ist von Tag zu Tag unterschiedlich, man sagt, kein Atemzug gleicht dem anderen, ähnlich wie es keine gleichförmigen Steine gibt.
20.000 Atemzüge in 24 Stunden! 10.000 Liter Luft saugen wir täglich in unsere Lungen und atmen sie wieder aus. Das Atmen läuft von selbst, wir brauchen nicht daran zu denken. Aber ebenso, wie unser vegetatives Nervensystem unbewusst unseren Atem steuert, können wir Einfluss auf unser vegetatives Nervensystem und somit auf unseren Stresslevel nehmen.

Der Atem gilt schon seit tausenden von Jahren als Manifestation der Lebensenergie und ist unsere einzige Möglichkeit, direkten Einfluß auf das vegetative Nervensystem zu nehmen. Vielleicht wird der Atem auch deshalb in verschiedenen Religionen als etwas Göttliches beschrieben. Die Yogis unter euch hören wahrscheinlich öfters so klingende Namen, wie Chi oder Prana.

Wissenschaftlich gesehen hat eine Atemfrequenz von 6 Atemzügen in der Minute die entspannendste Wirkung auf unser Nervensystem. Um genau zu sein, solltest du 4 Sekunden lang einatmen und 6 Sekunden lang ausatmen. Bei diesem Takt synchronisieren sich unser Atem und unsere Hirnwellen und es tritt bereits nach 2 Minuten  eine messbare Entspannung ein.

Das sollten wir uns zu Nutze machen!!!

Tipp:

Versuche den Stress aus dem Alltag zu nehmen und mache zwei geplante Pausen täglich – eine vormittags und eine am Nachmittag.
Atme für mindestens 2 Minuten bewusst im 4 zu 6 Sekunden – Rhythmus ein und aus!

… und verbinde diese Übung mit einem Becher Glühwein am Christkindlmarkt!

Every Earthling needs Earthing!

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Es ist ein wunderschöner Abend im Superhero-Retreat, ein Sonnenuntergang wie gemalt, ein kühler Wind streicht durch die Bäume und einige unserer Superhelden machen ihren Abendspaziergang. Manche von ihnen barfuß!
Deswegen wirken die Jungs und Mädels so entspannt und geerdet! …

“Walk as if you are kissing the earth with your feet!” – Thich Nhát Hanh –

Aber bevor euch das Ganze hier zu “wuwu” erscheint, lasst mich wissenschaftlicher werden und etwas über die Wirkung des Kontaktes zur Erdoberfläche schreiben.
Eigentlich ist es ja altes Wissen, dass der Aufenthalt in der Natur und da besonders der Kontakt zur Erdoberfläche, eine positive Wirkung auf uns Menschen hat. Kneippkuren, das Schwimmen im Meer oder einem kalten Gebirgssee, aber auch das Barfuß-Gehen.
Wie immer kommt die Wissenschaft hinterher und möchte dieses Empfinden auch messen. Mit erstaunlichen Ergebnissen: Zum Beispiel reagiert unser vegetatives Nervensystem innerhalb weniger Sekunden auf die Körpererdung und es kommt zu einer messbaren Entspannung. Regelmässiger Erdkontakt verringert sogar Entzündungen und Schmerzen, besagen Studien.

Diese Erdverbundenheit war über Jahrtausende hinweg gegeben. Menschen liefen immer barfuß oder in Schuhen aus natürlichen Materialien. Erst mit der Erfindung der Kunststoffe ging der Kontakt zur Erde verloren und wir begannen Bäume zu umarmen.

Was ist denn nun diese Erdung?
Man kann sich das wie einen Blitzableiter vorstellen. Elektrische Felder oder elektrostatische Aufladungen fließen bei Kontakt zur Erde. Dieser Kontakt wird von uns durch, zugegeben meist sehr stylische, Schuhe unterbunden. Selbst im Schlaf liegen wir isoliert von der natürlichen Erdung. Wir können uns nicht mehr “entladen”, sagt der Schlafforscher Prof. Dr. Amann-Jennson.

Ich möchte den elektrischen Strom in keinster Weise missen, das uns umgebende elektromagnetische Feld (EMF) hat sich jedoch total verändert. Zuerst war es nur der relativ niederfrequente elektrische Strom, der in die Häuser gebracht wurde, inzwischen gibt es unzählige Quellen (WLAN, Handy, Bildschirme…), die für uns unnatürliche Strahlung verursachen. Momentan wird heftig über die möglichen Gefahren des 5G-Netzes diskutiert.

Wenn man einen Luftballon an einem Kleidungsstück reibt, wird er magnetisch und wir können ihn an die Wand “kleben” und manchmal bekomme ich einen kleinen Stromschlag, wenn ich eine Türklinke anfasse. Das zeigt, wie “aufgeladen” wir sind, unter anderem durch die von uns getragene Textilien.
Über Erdkontakt (Earthing) können wir diese Blitze ableiten!

Obwohl man all das kontrovers diskutieren kann, schadet es auf keinen Fall, so viel wie möglich barfuß zu laufen. Im Gegenteil, auch dein Orthopäde wird sich freuen 😉

Tipps:

Versuche öfters barfuß zu gehen oder hänge deine Füsse ins kalte Wasser eines Baches oder Sees. Für die Großstädtler wird das etwas schwieriger, aber vielleicht findet ihr immer wieder eine Möglichkeit, euch zu “entladen.”

Wer schlecht einschlafen kann, könnte vor dem Schlafengehen versuchen noch ein paar Schritte durch die Wiese zu laufen. Es ist auf alle Fälle entspannender als noch ein letztes Mal eure Emails zu checken! 😉

Wir lachen nicht mit Feinden!

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Photo by Ben White on Unsplash

Ich bin ja ehrlich gesagt kein großer Fan von Fasching und Verkleidungen.
Das liegt vielleicht daran, dass ich zu meiner aktiven Zeit als Schauspieler einmal 60 Vorstellungen von Pippi Langstrumpf innerhalb von nur 6 Wochen gespielt habe, inklusive 3 Kostümwechsel pro Aufführung!
Aber es hat großen Spaß gemacht und das Lachen der Kinder war jedes Mal auf’s Neue ansteckend, wie die Windpocken.

Darüber möchte ich heute schreiben:
Lachen ist ansteckend und gesund, das ist wissenschaftlich erwiesen!

“Gelotologie” (von griech. γέλως gélōs „Lachen) ist die Wissenschaft der Auswirkungen des Lachens. Sie beschäftigt sich mit den körperlichen und psychischen Aspekten des Lachens. – Wikipedia –

Was passiert in unserem Körper wenn wir lachen?
Wenn wir etwas lustig finden und zu lachen beginnen, werden in unserem Körper viele gesunde Vorgänge in Bewegung gesetzt und der Stresslevel sinkt.
Stress ist nichts anderes als der Alarmzustand des Körpers und Lachen vermittelt unserem Bewusstsein: Keine Gefahr in Verzug!

Unser parasympathisches Nervensystem wird aktiviert und eine Reihe von Botenstoffen folgen. Der Spiegel unseres Glückshormons Serotonin geht nach oben, der des Stresshormons Cortisol nach unten.
Da Serotonin zur Gruppe der Endorphine gehört, wirkt Lachen sogar schmerzlindernd.
Der Blutdruck fällt, die Atemfrequenz, und damit die Versorgung mit Sauerstoff, steigt und das Immunsystem wird aktiviert. Die Körperpolizei rückt mit der vollen Mannschaft aus (Gamma-Interferon, T-Lymphozyten, Antikörper…) und es wird sogar HGH, ein Wachstumshormon gebildet.

Die kurze Aktivitätssteigerung regt den Stoffwechsel also ordentlich an, und das Lachen verstärkt das positive Denken!
Klingt nicht schlecht, oder?

“Wir lachen nicht mit Feinden!”

Jetzt lasst uns mal zum Flirten kommen!
Was machen wir, wenn wir jemandem zum ersten Mal begegnen und großen Gefallen an dem finden, was wir da sehen?
Richtig, wir lächeln!
Manche machen das in einer nahezu hysterischen Art und Weise, aber immer noch besser als grimmig in den Raum zu blicken.

Wir lächeln uns an, die Damen legen dazu noch gerne den Kopf zur Seite, um ihre Schutzlosigkeit zu signalisieren und der Mann versucht die Frau zum Lachen zu bringen.

Wenn man die Singleportale so durchgeht, wird gerne Humor als wichtigste Eigenschaft beim Partner genannt. Gutaussehend und wohlhabend ist angeblich gar nicht so wichtig, es gibt also Hoffnung!

Da nur eine Minute Lachen so erfrischend sein soll, wie ein 45 minütiges Entspannungstraining, füge ich hier ein kurzes Video ein.
Baby Laughing https://www.youtube.com/watch?time_continue=37&v=RP4abiHdQpc

Noch ein paar Facts zum Weiterschmunzeln:

-Wenn wir unverhofft loslachen, erreicht die ausgestoßene Luft eine Geschwindigkeit von bis zu 100 km/h. Nur beim Niesen  geht’s schneller.
-Wenn wir uns vor Lachen krümmen, können an die 100 Muskeln angespannt werden, alleine 18 im Gesicht.
-Im deutschsprachigen Raum gibt es an die 2000 Lachtherapeuten.
-Für alle Schwindler: Ein “echtes”Lächeln beginnt immer symmetrisch, beide Mundwinkel ziehen sich gleichzeitig nach oben.

Tipps:

Lächel soviel du kannst – auch wenn dir gar nicht danach ist!
Durch die Stellung der Gesichtsmuskulatur beim Lachen gibt der Nervus Trigeminus dem Körper das Kommando zur Entspannung. Die Botschaft an den Körper lautet ganz einfach: “Kein Feind in Sicht, Kampfbereitschaft einstellen!”

Für Führungskräfte und Eltern:
Seid euch eurer Vorbildwirkung bewusst! Ein gestresstes Alpha-Tier vermittelt seiner Herde ständige Gefahr und Alarmbereitschaft. Humor und ein ehrliches Lachen gibt Sicherheit und “strahlt” Souveränität aus!